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Ein echter Fortschritt

4D-Strahlentherapie

28.07.2014  10:53 Uhr

Von Annette Immel-Sehr / Für den Strahlentherapeuten ist die Behandlung von Lungenkrebs eine besondere Herausforderung. Denn der Tumor »hält nicht still«, sondern verändert mit jedem Atemzug seine Lage um mehrere Zentimeter. Jetzt gibt es neue Verfahren, die die Tumorbewegung erfassen und in die Bestrahlungstechnik einbeziehen. Die sogenannte 4D-Strahlentherapie ist zielgenauer.

»Noch vor wenigen Jahren gab es keine Möglichkeit, diese Bewegungen mit einzurechnen, sodass der Patient ausgedehnt bestrahlt werden musste, damit der Tumor nicht verfehlt wurde«, erläuterte Professor Dr. Wilfried Budach, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Düsseldorf, kürzlich auf der Pressekonferenz der 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) in Düsseldorf.

Neben Lungentumoren sind auch Magentumoren »beweglich«. Auch sie verändern ihre Lage durch die Atembewegung mitunter um mehrere Zentimeter. Die 4D-Computertomografie ermöglicht es, den Tumor nicht nur in seiner Lage, Form und Ausdehnung zu bestimmen, sondern auch seine Bewegung auf einer »Zeitachse« zu erfassen. Mithilfe verschiedener Verfahren gelingt es, die Tumoren präzise zu treffen. So kann der Tumor aktiv und direkt bestrahlt werden oder der Therapeut kann die Bestrahlung alternativ auf eine Position des Tumors fokussieren. Dann schaltet sich die Bestrahlung aus, sobald sich der Tumor aus dieser Lage wegbewegt. Damit steht nun auch für Patienten, die wegen Begleiterkrankungen nicht operiert werden können, eine wirkungsvolle Behandlung zur Verfügung. Die 4D-Strahlentherapie ist daher gerade für ältere Patienten eine gute Alternative. /

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie

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