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Chlamydien auf dem Vormarsch

28.07.2014  10:53 Uhr

Vion Verena Arzbach / Die Chlamydien-Infektion ist mit Abstand die häufigste sexuell übertragbare Krankheit in Europa. Mehr als 385 000 Infektionen wurden 2012 aus 26 Staaten der europäischen Union und des europäischen Wirtschaftsraumes gemeldet.

Das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) geht davon aus, dass es tatsächlich noch viel mehr sind – denn bei Männern verursachen die Bakterien häufig keine Beschwerden, bei Frauen lassen sich die meist leichten Symptome häufig nur schwer zuordnen.

Aber besonders für Frauen ist die Infektion gefährlich: Unbehandelt können Chlamydien zu Entzündungen von Gebärmutter oder Eileiter und schlimmstenfalls zu Unfruchtbarkeit führen.

Zwei Drittel der gemeldeten Infektionen wurden bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 24 Jahren diagnostiziert, am häufigsten bei jungen Frauen. Die Chlamydien-Infektion ist damit die einzige sexuell übertragbare Erkrankung, die häufiger bei Frauen als bei Männern auftritt. Allerdings würden Frauen auch viel häufiger getestet als Männer, heißt es in dem ECDC-Bericht. In Deutschland können sich Frauen bis zum abgeschlossenen 25. Lebensjahr jährlich zu Lasten der Krankenkasse auf Chlamydien testen lassen.

Neben Chlamydien haben auch Gonorrhö und Syphilis europa­weit zugenommen. Mit 47 387 beziehungsweise 20 803 gemeldeten Fällen liegen die Infektionszahlen aber noch weit hinter den Chlamydien-Fall­zahlen. /

Quelle: European Centre for Disease Prevention and Control