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Wirtschaftsbericht 2014

Boom ist anders

22.05.2015  11:40 Uhr

Von Daniel Rücker / Wirtschaftlich war 2013 ein gutes Jahr für die Apotheken. Nach vielen Jahren der Stagnation ging es endlich mal wieder bergauf. Doch die Freude währte nicht lang. Die Bilanz für 2014 fällt schon wieder etwas schlechter aus.

Der Wirtschaftsbericht für die öffent­lichen Apotheken ist alljährlich ein Höhe­punkt des DAV-Wirtschaftsforums Anfang Mai in Berlin. In diesem Jahr präsentierte ihn erstmals die neue ABDA-Geschäftsführerin Wirtschaft und Soziales, Claudia Korf. Insgesamt waren ihre Botschaften für Apothekenleiter und ihre Angestellten nur mäßig erfreulich.

Wer gehofft hat, dass es nach dem Aufschwung 2013 im Jahr 2014 für die öffentlichen Apotheken weiter aufwärts geht, hat sich getäuscht. Die Bilanz für 2014 ist durchwachsen. Die wirtschaftliche Situation der Apotheken stagniert. »Verhalten positiv für die Apotheken« bezeichnete Korf das abgelaufene Jahr. Die Apotheker werden erneut von der insgesamt erfreulichen wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt.

Der Abwärtstrend spiegelt sich auch in der Apothekenzahl wider. Fast jede vierte Apotheke in Deutschland hat in den vergangenen zehn Jahren ihre Türen für immer geschlossen. Im Jahr 2005 gab es in Deutschland noch 20 248 Haupt- oder Einzelapotheken, heute sind es 16 269. Allein im vergangenen Jahr sei die Zahl der Betriebs­erlaubnisse um fast 400 gesunken, betonte Korf.

Vermutlich stünde es um viele Apotheken noch schlechter, gäbe es nicht den 2013 geschaffenen Nacht- und Notdienstfonds. Vor allem im ländlichen Raum profitieren die Apotheken mit vielen Diensten von der zusätzlichen Honorierung. Diese habe viele Apotheken wirtschaftlich stabilisiert, sagte Korf. Allerdings sei auch im vergangenen Jahr nicht die von der Politik versprochene Summe von 120 Millionen Euro pro Jahr in den Fonds geflossen.

Es geht wieder abwärts

Das Jahr 2014 ist schwer einzuordnen. Auf den ersten Blick könnten die Apotheker zufrieden sein, bilanzierte ­Eckart Bauer, Abteilungsleiter Wirtschaft und Soziales bei der ABDA. Mit 129 182 Euro für eine durchschnittliche Apotheke erscheint das Betriebsergebnis für 2014 sehr ordentlich. Es ist ein Rekord­wert. Die langfristige Entwicklung seit 2002 offenbart aber anderes: Im Jahr 2002 lag das durchschnittliche Betriebs­ergebnis laut Bauer bei 112 000 Euro. Also knapp 20 Prozent unter dem Wert für 2014. Um die Teuerungsrate bereinigt liegt das aktuelle Ergebnis aber auf demselben Niveau wie 2002. Die Inflation hat den Zuwachs komplett aufgefressen. Tatsächlich verstecken sich hinter dem Rekord also zwölf Jahre Stagnation.

Der Ausblick auf 2015 macht auch nicht glücklich. Die leichte Erholung der öffentlichen Apotheken im Jahr 2013 war nach den aktuellen Zahlen des Deutschen Apothekerverbandes wahrscheinlich ein Strohfeuer. Die Bilanz für 2014 wird schon wieder schlechter. Mit einem Netto-Betriebsergebnis von 6,4 Prozent vom Umsatz werde der Wert von 2013 um 0,2 Prozentpunkte unterschritten. Die Apotheker nähern sich wirtschaftlich schon wieder den schwierigen Jahren 2009 bis 2012, die vom Spargesetz AMNOG beeinflusst waren. Und auch 2015 wird es wohl nicht weiter aufwärts gehen. Beim Deutschen Apothekerverband rechnet man mit Stagnation, höchstens mit einem kleinen Wachstum. /

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