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Hautkrebsvorsorge erweitern

06.06.2016
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Von Annette Immel-Sehr / Bei Menschen mit vielen Mutter­malen ist das Melanomrisiko bekanntermaßen erhöht. Doch nun empfehlen Experten die regelmäßige Hautkrebsvorsorge auch Personen mit wenigen Leberflecken.

Denn eine aktuelle Analyse von Dermatologen der Harvard Medical School in Boston zeigte, dass diese Menschen oft größere Tumoren entwickeln.

Für die Studie hat das Team um Alan C. Geller 566 Melanompatienten unmittelbar nach der Diagnose untersucht. Im Schnitt lag das Alter der Patienten bei 57 Jahren, rund 40 Prozent waren weiblich.

Bei der Untersuchung bestimmten die Forscher die Dicke der Tumoren und zählten die vorhandenen Nävi, wie Ärzte Muttermale bezeichnen. Die meisten Nävi fanden sie bei den jungen Hautkrebs-Patienten: bei 28 Prozent der Patienten unter 45 Jahren mehr als 50 Nävi. Dies belegt, dass das Hautkrebsrisiko mit der Zahl der Nävi steigt. Allerdings waren die Tumoren bei den Patienten mit den meisten Nävi im Schnitt nur 1,1 mm dick. Bei den Patienten mit weniger als 20 Nävi betrug die Dicke des Melanoms hingegen mehr als das Doppelte. Daher sollten Dermato­logen Menschen mit wenigen Nävi genauso kritisch unter­suchen wie solche mit sehr vielen Muttermalen. Das gilt vor allem bei Patienten jenseits des 60. Lebensjahrs, schreiben die Autoren der Studie. /