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Knochenbrüche schallen statt röntgen

06.06.2016
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Von Elke Wolf / Das Röntgenbild gilt als Mittel der Wahl, wenn es darum geht, Knochenbrüche zu identifizieren. Hier muss jedoch ein Umdenken stattfinden, fordert die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Denn gerade bei Armbrüchen biete die Ultraschalldiagnostik in vielen Fällen eine Alternative.

Da Kinder rund zehnmal empfindlicher auf Röntgenstrahlen reagieren als Erwachsene, empfiehlt die DEGUM, kleine Patienten – wann immer es möglich und sinnvoll ist – mittels Ultraschall zu untersuchen. Der wirksamste Strahlenschutz ist die Vermeidung von Röntgenaufnahmen, teilt die DEGUM mit.

In vielen Fällen sei die Ultraschall­diagnostik eine Alternative zum Röntgenbild. So könnten sehr häufig vorkommende Handgelenksbrüche in neun von zehn Fällen rein sonografisch diagnostiziert und kontrolliert werden. Bei Ellenbogenbrüchen ließen sich 70 Prozent und an der Schulter sogar drei Viertel der Röntgenbilder einsparen. Die Sonografie basiert auf ungefährlichen Schallwellen und hat auch bei intensiver Anwendung keine gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen, so die DEGUM.

In den letzten 15 Jahren haben Wissenschaftler in Arbeitsgruppen weltweit mehrere tausend Patienten untersucht und die Sonografie mit der Röntgendiagnostik verglichen und im Armbereich als ebenbürtig bewertet. Die DEGUM-Experten fordern deshalb, die Ultraschalluntersuchung zur Diagnostik von kindlichen Knochenbrüchen vermehrt anzuwenden. So ließen sich schätzungsweise 350 000 Röntgen­untersuchungen vermeiden. Allerdings gelte es, die entsprechenden Voraussetzungen dafür zu schaffen. Denn obwohl die erforderlichen Geräte bereits flächendeckend in Kliniken und Arztpraxen vorhanden seien, werden die Ultraschalluntersuchungen von den Krankenkassen noch nicht kosten­deckend vergütet. /