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Schilddrüsenknoten mit Ultraschall wegschmelzen

01.06.2017
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Etwa ein Drittel der Deutschen leidet unter gutartigen Knoten an der Schilddrüse. Werden die Knoten zu groß und lösen sie Beschwerden aus, ist eine Operation oft unumgänglich.

Nun gibt es eine Alternative zum chirurgischen Eingriff: hochfokussierter Ultraschall. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN) hin

Gebündelter Ultraschall wird schon seit längerem eingesetzt, zum Beispiel um Leber-Metastasen mit Hitze zu zerstören. Neu sind Geräteentwicklungen, die eine Anwendung in der Halsregion erlauben. Für die Behandlung fährt das Gerät den Knoten Punkt für Punkt ab und beschießt das Gewebe mit gebündelten Strahlen, die in der Tiefe eine Hitze von bis zu 80 Grad entwickeln. In der Folge sterben die Zellen ab. Die Patienten em­pfinden die Ultraschallschüsse als Nadelstiche. Eine schmerzlindernde Medikation vor Therapiebeginn ist ausreichend, eine Narkose nicht erforderlich.

Gutartige Schilddrüsenknoten werden in »kalt« und »heiß« unterteilt: Während kalte Knoten kaum Hormone produzieren, sorgen heiße Knoten für ein Übermaß an diesen Botenstoffen. Grundsätzlich kommen heiße wie kalte Knoten für die fokussierte Ultraschall-Behandlung in Frage. Acht Zentren in Deutschland bieten die Echotherapie für Schilddrüsenknoten bisher an. (ais)