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Vitamin E bei Neuropathien ohne Nutzen

30.05.2018
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Die Hoffnung, neuropathische Schmerzen mit Vitamin E lindern zu können, hat sich in einer aktuellen klinischen Studie nicht erfüllt.

»Man sollte den vielen­ Patienten mit diesem schwierig zu behandelnden Leiden keine falschen Hoffnungen machen«, kommentierte Professor Dr. Claudia Sommer von der Deutschen Gesellschaft für Neuro­logie (DGN) die Ergebnisse der asiatischen Forschungsgruppe.

In der Studie hatten 300 Patientinnen und Patien­ten mit dia­betischer Neuropathie über zwölf Monate entweder zweimal täglich 200 Milligramm eines Ge­misches verschie­dener Formen von Vitamin E (Tocotrienole) oder Placebo erhalten. Erfasst­ wurden die Schmerzstärke, die Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die Neuropathie und die Nervenleitungsgeschwindigkeit. Das Ergebnis: Auf allen drei Bewertungsskalen gab es keine­ Unterschiede zwischen Toco­trienolen und Placebo. Lediglich zwei Untergruppen deuteten auf einen gerin­­gen Nutzen: Patienten mit relativ hohen Blutzuckerwerten (> 183 mg/dl) und mit normalen Homocystein-Blutspiegeln. Festgestellt wurde aber auch, dass unter Tocotrienolen fast zehnmal so häufig Infektionen als Neben­wirkung auftraten wie unter Placebo. (ais)