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Depressionen

Wenn die Seele »Mayday« funkt

31.10.2006
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Depressionen

Wenn die Seele »Mayday« funkt

Christiane Berg, Hamburg

Jeder fünfte Mensch in Deutschland erkrankt im Laufe seines Lebens an einer Depression. Daher sprechen Mediziner von einer neuen »Volkskrankheit« mit dramatisch steigender Tendenz. Sie führen diese Entwicklung unter anderem auf den permanenten Leistungsdruck, wachsende Mobilitätsanforderungen und finanzielle Belastungen, Angst vor dem Arbeitsplatzverlust sowie Perspektivlosigkeit zurück.

Derzeit machen psychische Erkrankungen weltweit rund 12 Prozent aller Krankheiten aus. Als häufigste psychische Störung steht die Depression an vierter Stelle der Gesamtliste. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird sie zukünftig noch rapide an Bedeutung gewinnen. 2020, so die Prognosen, wird sie den zweiten Platz einnehmen. In Deutschland leiden aktuell schätzungsweise 4 Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen depressiven Störung. Doch nur bei etwa 1,4 Millionen ist die Krankheit diagnostiziert, und effizient therapiert werden lediglich zwischen 0,24 bis 0,36 Millionen Bundesbürger.

Frauen erkranken doppelt so häufig an Depressionen wie Männer. Als Ursachen werden genannt: psychosoziale Faktoren wie Rollenkonflikte und Mehrfachbelastung durch Job und Familie sowie hormonelle Schwankungen durch Menstruation, Schwangerschaft, Geburt und Menopause. Schätzungsweise 3 bis 5 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter leiden unter schweren prämenstruellen Syndromen mit Depressionen. Etwa bei einem Drittel der Frauen führt die Hormonumstellung in den Wechseljahren auch zu Interesse- und Freudlosigkeit, Antriebsstörungen, innerer Leere, Abnahme des Selbstwertgefühls bis hin zu tiefer Verzweiflung.

Der sogenannte »Baby blues« ist eine kurze depressive Verstimmung. Während der ersten Woche nach der Entbindung neigen 20 bis 50 Prozent aller Mütter zu starken Stimmungsschwankungen, Müdigkeit und Erschöpfung, Schlaf- und Ruhelosigkeit. Diese Symptome klingen meist ohne Behandlung nach wenigen Tagen wieder ab.

Doch 5 bis 10 Prozent der jungen Mütter leiden im ersten Jahr nach einer Entbindung weiterhin unter postpartalen Depressionen, den Wochenbettdepressionen. Diese sind sehr viel schwerwiegender und bedürfen der sofortigen professionellen Hilfe. Die starke emotionale Labilität der jungen Frauen hindert sie daran, herzliche Gefühle für das Neugeborene zu entwickeln. Außerdem zweifeln sie an den eigenen Fähigkeiten, eine gute Mutter zu sein. Die Depression der jungen Mütter wird verstärkt durch Schwierigkeiten beim Stillen, den neuen Lebensrhythmus, die veränderten Beziehungen zum Partner und anderen Familienangehörigen. Postpartale Depressionen sind medikamentös und psychotherapeutisch gut behandelbar. Dennoch suchen viele Frauen keine professionelle Hilfe. Zum einen halten sie ihre Stimmungschwankungen für eine natürliche Reaktion auf die Geburt und Pflege des Kindes, zum anderen sind sie von Scham und Schuldgefühlen geplagt, weil sie glauben, ihrer Mutterrolle nicht gerecht zu werden.

Eine Wochenbettdepression ist kein persönliches Versagen der betroffenen Mütter, so das Deutsche Bündnis gegen Depressionen e.V. in München (www.buendnis-depression.de). Der bundesweit tätige Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die gesundheitliche Situation depressiver Menschen zu verbessern. Er fordert unter anderem eine intensivere Aufklärung über die Erkrankung, die noch immer zu den Tabuthemen zählt. Die fachkundige Information und Beratung könne den Verlauf einer Depression positiv beeinflussen, so das Bündnis.

Auch Kinder haben Depressionen

Viele Kinder und Jugendliche leiden ebenfalls unter Depressionen und benötigen professionelle Hilfe. Derzeit sind in Deutschland schätzungsweise zwischen 3 und 10 Prozent aller 12- bis 17-Jährigen betroffen. Vielfach interpretieren Eltern und Lehrer das auffällige Verhalten der kranken Kinder oder Jugendlichen falsch. Doch sind sie nicht aus einer vorübergehenden Laune heraus faul, niedergeschlagen und aggressiv.

Experten beobachten auch in dieser Altersgruppe einen deutlichen Anstieg der Prävalenz und verweisen auf psychosoziale Aspekte bei der Entstehung. Als Auslöser kommen Lebensereignisse in Frage wie der Tod eines Familienmitglieds sowie Trennung oder Scheidung der Eltern, aber auch der Verlust von Freunden, Missbrauch und Vernachlässigung, Liebeskummer, Misserfolge und Kränkungen. Depressionen bei Kindern und Jugendlichen können außerdem genetisch bedingt sein und daher ohne erkennbare äußere Ursache auftreten.

Die Symptome bei Kindern und Jugendlichen sind alters- und entwicklungsabhängig. Depressive Kleinkinder im Alter von drei bis sechs Jahren haben keine Freude daran zu spielen, sich zu bewegen, wenig Phantasie, ihre Mimik und Gestik ist eingeschränkt, und sie verhalten sich introvertiert. Häufig kommen noch Ess- und Schlafstörungen sowie die Neigung zur Autostimulation wie exzessives Daumenlutschen hinzu.

Selbstmordabsicht ernst nehmen

Während Kleinkinder ihr Befinden noch nicht mit Worten beschreiben können, erzählen Kinder ab sechs Jahren sehr häufig von ihrer Traurigkeit und äußern Selbstmordabsichten. Eine Früherkennung könne Leben retten, so Experten, denn das Risiko eines Selbsttötungsversuchs ist bei depressiven Kindern dreifach erhöht.

Bei der Therapie von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen muss der Facharzt den sozialen Bezugsrahmen beachten. Antidepressiva sind »lediglich ein kleiner, aber wichtiger Baustein«. Klinisch erfahrene Kinderpsychiater verordnen bevorzugt selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wie Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin oder Citalopram. Der erste entscheidende Schritt ist jedoch, die Erkrankung als solche zu erkennen. Eltern, Angehörigen und Lehrern kommt dabei eine wichtige Rolle zu.

Schmerz als Vorbote

Diffuse Krankheitszeichen sind oft frühe Vorboten einer Depression. Häufig äußern sich depressive Symptome bei Kindern und Jugendlichen zuerst in körperlichen Beschwerden. Nicht nur bei Minderjährigen, auch bei Erwachsenen kann sich hinter Brust-, Kopf-, Rücken- und Bauchschmerzen, Appetit- und Gewichtsveränderungen, Müdigkeit und Schlafstörungen eine Depression verbergen. Je mehr körperliche Schmerzsymptome ein Patient schildert, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er an einer Depression leidet.

Mediziner bezeichnen die genannten Beschwerden als »Präsentiersymptome«. Wegen körperlicher Symptome gehen 70 Prozent, wegen der tatsächlichen seelischen Symptomatik nur 30 Prozent aller Betroffenen zum Arzt. Für den Verlauf der Erkrankung ist das fatal. Zahlreiche Patienten haben eine zehnjährige Odyssee durch Arztpraxen hinter sich, bevor die richtige Diagnose und Therapie ihnen wieder ein normales Leben ermöglichte. Gerade bei älteren Patienten stellen Ärzte die Diagnose Depression oft erst sehr spät oder gar nicht. Mediziner kritisieren, dass depressive Symptome, Schwermut und Gefühle der Einsamkeit zu häufig als normale Begleiterscheinungen des Alterungsprozesses angesehen werden. Viele Angehörige und Pflegekräfte verwechseln »depressiv« mit »dement«. Aufgrund gesellschaftlicher Vorurteile neigen auch ältere Menschen dazu, ihre Depression zu bagatellisieren. Schwindender Lebensmut und Hoffnungslosigkeit könnten auch physiologische Ursachen haben, so Gerontologen, denn mit den Lebensjahren könne die Serotonin-Produktion des Organismus nachlassen.

Die betroffenen älteren Menschen müssten mithilfe adäquater Therapiemaßnahmen verstärkt wieder ins Leben integriert werden. Dieses Ziel ist nicht zuletzt deshalb so wichtig, weil das Selbstmordrisiko mit dem Alter insbesondere bei den Männern dramatisch steigt. Etwa 40 Prozent aller Suizide in Deutschland verüben über 60-Jährige. Gerontopsychiater fordern daher mehr Aufmerksamkeit für ältere Menschen.

Zu Beginn einer jeden Therapie stehe die eindeutige Diagnose, die durch die Einführung der »International Classification of Diseases, 10th edition (ICD-10)« wesentlich vereinfacht worden sei. Insbesondere bei älteren Patienten müsse der Arzt vor der Arzneimittelverordnung sorgfältig deren Nutzen und Risiko abwägen. Die Behandlung mit Psychopharmaka habe sich bei älteren Menschen an erhöhten Risikofaktoren zu orientieren wie der reduzierten Ausscheidungsleistung von Leber und Nieren, Vorschädigungen des Herzens und der Gefäße, der veränderten Rezeptorempfindlichkeit, Pharmakodynamik und -kinetik sowie der Multimedikation aufgrund weiterer Erkrankungen. Dennoch dürfe der Arzt nicht davor zurückschrecken, Depressionen älterer Patienten medikamentös zu therapieren.

Gute Prognose durch Arzneimittel

Das Antidepressivum muss der Arzt dabei besonders sorgfältig auswählen. Substanzen mit ausgeprägten anticholinergen Nebenwirkungen wie Verwirrtheitszuständen oder Krampfanfällen sind ebenso ungeeignet wie Wirkstoffe, die mit Störungen der Bewegungsabläufe einhergehen. Somit sind die »klassischen« Antidepressiva wie die Trizyklika Nortriptylin, Desipramin, Imipramin und Amitryptilin als Therapeutika zweiter Wahl anzusehen. Zur Langzeittherapie depressiver älterer Patienten eignen sich besonders gut die selektiven Serotonin-Rezeptor-Inhibitoren (SSRI) wie Citalopram, Sertralin, Fluoxetin oder Paroxetin sowie die selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (sSNRI) wie Venlafaxin oder die Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (sNRI) wie Reboxetin. Die modernen Antidepressiva bessern bei 50 bis 70 Prozent der älteren Patienten deutlich das Befinden. Daher bezeichnen Experten diese Arzneistoffe als »zentrale Therapie-Säule«.

Dysbalance von Neurotransmittern

Depressionen gelten als »das« Gesundheitsproblem der modernen Industriegesellschaft. Wissenschaftler vermuten einen Zusammenhang zu dem permanenten Stress und Druck, den der Einzelne vor allem in der Arbeitswelt ausgesetzt ist. Es ist erwiesen, dass der menschliche Organismus bei fortwährender seelischer und körperlicher Belastung mehr Cortison produziert. In der Folge wird die Bildung anderer körpereigener Substanzen, unter anderem auch die des Neurotransmitters Serotonin gesenkt.

Das körperliche und auch das seelische Befinden eines jeden Menschen ist geprägt durch komplexe Reaktionen zwischen den Nervenzellen. Die Nervenbahnen, die Neuronen, leiten Sinnesreize weiter wie Stromkabel den Strom. Als Kontaktstellen zwischen den Nervenbahnen dienen die Synapsen. Dort findet die Erregungsübertragung statt. Informationen werden weiter gegeben und ausgetauscht, indem chemische Botenstoffe wie Adrenalin, Noradrenalin, Acetylcholin, Dopamin oder Serotonin in den synaptischen Spalt, den »Chatroom« zwischen Nervenbahnen, freigesetzt werden.

Als Ursachen für eine Depression diskutieren Experten zwei Phänomene: zum einen den Mangel an Botenstoffen im synaptischen Spalt, zum anderen eine reduzierte Sensibilität der Rezeptoren der empfangenden Nervenbahnen. Sie nehmen an, dass die Dysbalance von Neurotransmittern wie Serotonin und Noradrenalin im synaptischen Spalt die Protein- und Rezeptorsynthese verändert. Als deren Folge ließen sich mit der Magnetresonanzspektroskopie (MRT) tatsächlich plastische Verformungen des Gehirns nachweisen.

Veränderung der Rezeptorendichte

Antidepressiva beeinflussen unter anderem das Noradrenalin- oder das Serotonin-System beziehungsweise beide Systeme, indem sie die Konzentration der Botenstoffe im synaptischen Spalt erhöhen. Manche hemmen ihren Abbau, andere ihre Wiederaufnahme. Die Arzneistoffe verändern außerdem die Rezeptorendichte. Dass Antidepressiva die Hirnstrukturen durch Bildung neuer Synapsen verändern, war ebenfalls mit der MRT nachweisbar.

Die Auswahl des geeigneten Antidepressivums erfordert große klinische Erfahrungen des behandelnden Arztes. Er kann unter anderem wählen zwischen Serotonin-, Noradrenalin- oder Serotonin/ Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern sowie Trizyklika. Auch MAO-Hemmer wie Tranylcypromin oder Moclobemid sind eine Option. Sie vermindern durch Hemmung der Monoaminoxidase im synaptischen Spalt ebenfalls den Abbau der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin und erhöhen so deren Konzentration im »Chatroom«. Keine Substanz wirkt wie die andere. Hinzu kommt, dass jeder Patient anders auf die jeweiligen Substanzen anspricht und diese individuell unterschiedlich verträgt.

Begleitende Therapien

Neben der medikamentösen Therapie kommen bei depressiven Patienten unter anderem auch die Lichttherapie, Elektrokrampftherapie, tiefe Hirnstimulation, Schlafentzug sowie Psycho- und Verhaltenstherapie zum Einsatz. Der Verhaltenstherapeut möchte dem Patienten helfen, die der Depression zugrunde liegenden Denkmuster zu erkennen, damit er sie Schritt für Schritt verändert. Der Psychoanalytiker versucht, die oft schon in der Kindheit entstandenen Ursachen der seelischen Störung zu identifizieren und dem Patienten die daraus resultierenden Haltungen bewusst zu machen. Auch Verhaltens- und Psychotherapie lösen plastische Veränderungen von Hirnstrukturen aus, die stimmungsaufhellend wirken, wie bildgebende Verfahren zeigten. Studien ergaben, dass die Kombination aus Psycho- und Pharmakotherapie der jeweiligen Monotherapie überlegen war. In vielen Fällen ermöglichen Antidepressiva erst die Psychotherapie.

Johanniskraut als Option

Für die Selbstmedikation leichter und mittelschwerer depressiver Episoden eignen sich Johanniskraut-Extrakte. Untersuchungen zeigten, dass Hypericum-Extrakte in Tagesdosierungen von mindestens 900 Milligramm den chemischen Standard-Antidepressiva ebenbürtig sind. Doch das pflanzliche Antidepressivum besitzt ein hohes Interaktionspotential. Daher sollten PTA oder Apotheker den Patienten bei der Abgabe eines Johanniskraut-Präparats fragen, ob er weitere Medikamente einnimmt.

Vor allem bei Medikamenten mit geringer therapeutischer Breite sind die Wechselwirkungen von Bedeutung. Dazu gehören die Digoxine, HIV-Protease-Inhibitoren wie Saquinavir oder Indinavir und orale Antikoagulantien, Immunsupressiva wie Ciclosporin, Tacrolimus oder Sirolimus, Amitryptilin, Theophyllin und Imatinib. Johanniskraut-Präparate schwächen die Wirkungen dieser Arzneistoffe ab, sodass sie gegebenenfalls kontraindiziert sind. Bei Frauen, die gleichzeitig orale Kontrazeptiva mit niedrigem Östrogen- und Gestagenanteil einnehmen, können Zwischenblutungen auftreten. Bei der Abgabe von Johanniskraut-Präparaten sollten PTA oder Apotheker auf die Notwendigkeit zusätzlicher kontrazeptiver Methoden hinweisen. Wie bei allen Antidepressiva tritt auch die Wirkung von Johanniskraut-Extrakt verzögert ein.

Gerade depressiven Menschen fällt es oft schwer, ihre Erkrankung als körperliches Leiden zu akzeptieren. Daher ist die Aufklärung über Entstehung, Diagnose und Therapie einer Depression das A und O jeder Beratung. PTA und Apotheker haben hier eine besondere Verantwortung: Mit ihrer Beratung über die Ursachen einer Depression sowie die Wirkweise von Antidepressiva können sie die Compliance des Patienten verbessern.

Experten raten, durch strukturiertes Fragen zunächst eine tragfähige Beziehung zum Patienten herzustellen. »Wie geht es Ihnen heute? Bekommen Sie dieses Medikament zum ersten Mal? Wissen Sie, dass Sie die Medikamente auch weiter nehmen sollen, wenn es Ihnen wieder besser geht?« Der Patient muss wissen, dass Depressionen gut behandelbar sind.

Therapie braucht Zeit

Unumgänglich sei der Abgabehinweis, dass die Behandlung Zeit braucht. »Die Wirkung der Medikamente tritt erst nach zwei bis vier Wochen ein.« Außerdem muss der Depressive die Arzneimittel zumeist mehrere Monate oder sogar Jahre einnehmen. Er muss darauf hingewiesen werden, dass die Einnahme regelmäßig und nicht etwa nach Bedarf zu erfolgen hat. Es dient seiner Motivation, wenn er informiert ist, dass unerwünschte Wirkungen zu Beginn der Behandlung im weiteren Verlauf der Therapie meist abklingen. Auf keinen Fall sollte er das verordnete Medikament selbständig absetzen, ohne den Arzt zu konsultieren. Jede Antidepressiva-Therapie beginnt mit einer langsamen Dosiserhöhung und endet mit einem »Ausschleichen«.

Um vorzubeugen, dass sich Patienten von der Lektüre des Beipackzettels abschrecken lassen, kann es sinnvoll sein, sie über den juristischen Hintergrund der Formulierungen aufzuklären. Hilfreich ist auch ein Stimmungs- und Befindlichkeitskalender, gemäß der psychotherapeutischen Empfehlung: »Höre, was die Depression zu sagen hat.« So entdeckt der Patient möglicherweise Ursachen für seine Erkrankung.

Ebenfalls zum Serviceangebot der Apotheke gehört der Verweis auf Selbsthilfegruppen. Sie bieten Menschen mit Depressionen in besonderem Maße Halt und Unterstützung. Die Betroffenen erleben, dass sie mit ihrer Krankheit nicht allein sind. Der gegenseitige gedankliche Austausch wirkt entlastend. Bei der Kontaktaufnahme zu Selbsthilfegruppen hilft die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS), Berlin, die unter www.nakos.de oder der E-Mail-Adresse selbsthilfe(at)nakos.de zu erreichen ist.

»Eine Depression kann jeden treffen. Sie hat viele Gesichter, ist jedoch behandelbar.« Durch professionelle Information und Beratung kann die PTA dem Patienten im Umgang mit seiner Erkrankung und seinen Medikamenten zur Seite stehen.

 

E-Mail-Adresse der Verfasserin:
chris-berg(at)t-online.de