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Was ich noch erzählen wollte . . .

Einfach schön

02.01.2008  15:39 Uhr

Was ich noch erzählen wollte...

Einfach schön

Annette Behr, Berlin

Während der Wintermonate beginnt die Zeit zum Verwöhnen und Genießen. Wer Körper und Sinnen einen besonderen Luxus gönnen möchte, findet im üppigen Angebot wertvoller Naturkosmetik immer das passende Produkt.

Seit ich letztes Jahr zu Weihnachten das Badeöl der Serie »Vervaine-Lime« (Eisenkraut-Limone) geschenkt bekam, sind meine Tochter und ich geradezu süchtig nach dem klaren, belebenden und unglaublich anregenden Geruch. Das Aroma kann ich fast schmecken, es ähnelt sehr dem der Zitronenbonbons meiner Kindheit. Die wunderbare Naturkosmetikserie verleiht der Haut nicht nur den dezenten, unvergleichlich zitronigen Duft, sondern pflegt sie gleichzeitig streichelzart. Passend zur Winterzeit ergänzen die Kompositionen »Winterorange« oder »Kakao-Orange« mit natürlichen Aromen als Dusch- und Badegel »das Verwöhnerlebnis für Haut & Sinne«.

Doch damit nicht genug: Die Hersteller überbieten sich gegenseitig mit den ausgefallensten Düften. Wer es weihnachtlicher mag, dem bieten sie Naturseifen und Badekekse in den Varianten Schneeflöckchen, Mandelspekulatius, Morgenland, Fichtengold und Weihnachtspunsch. Der Naturkosmetikmarkt boomt und macht den von Top-Models umworbenen Glamourparfümerien heftige Konkurrenz. In jeder Epoche der Menschheitsgeschichte beherrschten Frauen die Kunst des Verführens: Sie wollten schön und gepflegt sein und wohl riechen. Danach strebt auch heute jeder, wenn er Haut und Haare reinigt, vitalisiert, deodoriert oder parfümiert. Doch Kosmetik ist weit mehr als Luxus, sie soll die Haut vor Schäden schützen, ihre Barrierefunktion erhalten, angegriffene Areale wiederherstellen und sie elastisch und jugendlich erhalten.

Natur pur

Obwohl Naturkosmetik oft günstiger als die hochpreisige Konkurrenz, sagt das nichts über die Qualität der Inhaltsstoffe aus. Produkte mit Naturextrakten kommen meist ohne Zusatzstoffe wie Weichmacher oder Konservierungsmittel aus. Allerdings: Nicht überall, wo Natur drauf steht, ist auch Natur drin. Einige Produkte, die als Naturkosmetik angepriesen werden, enthalten lediglich ein paar Tropfen Pflanzenextrakte, die der chemischen Basis beigemengt wurden. Die Verwirrung entsteht, weil der Begriff »Naturkosmetik« rechtlich nicht eindeutig definiert beziehungsweise festgelegt ist.

Aus diesem Grund hat der Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel (BDIH) eine Richtlinie und ein Label entwickelt, die seit 2001 einheitliche Standards sowie eine Überprüfung der »Naturkosmetik« ermöglichen sollen. Ähnlich wie die Vertreiber von Bio-Lebensmitteln verfolgt auch der BDIH mit der Zertifizierung der Naturkosmetik als »Kontrollierte Natur-Kosmetik« einen ganzheitlichen Ansatz. Der Verband fordert, dass die Inhaltsstoffe dieser Produkte aus Rohstoffen der Natur, und soweit möglich, aus kontrolliert biologischem Anbau stammen müssen. Die konsequente Einhaltung des Tierversuchsverbots bei der Entwicklung und Herstellung der Produkte sowie eine umweltfreundliche Verpackung sind ebenso gefordert. Zitat aus der Richtlinie: »Inhaltsstoffe von Naturkosmetik-Produkten . . . unterstützen die Gesunderhaltung der Haut in jedem Lebensalter, statt sie unnötig zu belasten.« Derzeit umfasst die Gruppe insgesamt fünfzig Naturkosmetikhersteller (siehe unter www.kontrollierte-naturkosmetik.de). Alle stellen höchste Ansprüche an natürliche Rohstoffe, schonende Verarbeitung und besondere Hautverträglichkeit. Von den rund 30 Millionen Allergikern in Deutschland reagieren 5 bis 10 Prozent auf synthetische Farb- und Konservierungsstoffe. Für diese Gruppe sind Naturkosmetika eine Alternative.

Zertifizierte Naturkosmetik verkaufen Reformhäuser, Bio-Fachmärkte und Apotheken. Die Hersteller können das Geld für große Werbekampagnen sparen, denn bei Stiftung Warentest und Ökotest erhalten die Naturprodukte stets die besten Noten. Das spricht für sich und erreicht kritische Verbraucher. Wenn die PTA an Naturkosmetik Interessierte dann noch fachkundig berät, kann sie treue Kunden gewinnen. Wer sein Wissen in Sachen Hautpflege, Kosmetik und Dermopharmazie erweitern möchte, kann sich an eines der zahlreichen Institute wenden, so auch an das Weiterbildungsinstitut für PTA.

Aus der Apotheke

Als ich letztens in der U-Bahn die neben mir sitzende elegante ältere Dame auf ihr Parfüm ansprach, erhielt ich zur Antwort: »Das ist kein Parfüm, sondern Lavendelseife. Die gibt es nur in meiner Apotheke.« Die gepflegte Dame war ein Gesamtkunstwerk. Sie trug einen lilafarbenen breitkrempigen Hut und dazu passend einen zart rosafarbenen Schal.
Und mit einem Lächeln ergänzte die Lavendelliebhaberin: »Ich benutze ausschließlich diese Naturseife und nur manchmal auch die Lotion. Mehr kann man, außer viel Lachen und Lieben, nicht tun, um schön zu sein.«

E-Mail-Adresse der Verfasserin:
blaubehr(at)gmx.net 

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