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Diagnostik

Leberwerte und ihre Bedeutung

22.12.2008  10:20 Uhr

Diagnostik

Leberwerte und ihre Bedeutung

PTA-Forum / Die moderne Technologie macht es möglich: Ein kleiner Blutstropfen aus der Fingerbeere genügt, um beispielsweise die Blutlipid-Werte zu bestimmen. Einige Apotheken bieten ihren Kunden die Messung verschiedener Parameter als besonderen Service an. Ein großes Blutbild zu erstellen, ist nach wie vor die Domäne medizinischer Labors.

Chronisch Kranke sind oft auf die lebenslange Therapie mit Medikamenten angewiesen. Viele Arzneisubstanzen werden über die Leber metabolisiert und mit der Galle eliminiert. Manche Arzneistoffe sind lebertoxisch, so dass sie bei Patienten mit Leberschäden oder -erkrankungen kontraindiziert sind. Bei Menschen mit einer gesunden Leber muss der Arzt während der Behandlung regelmäßig wichtige Leberenzymwerte kontrollieren beziehungsweise bestimmen lassen. Als Konsequenz aus dem Laborbefund muss er möglicherweise anschließend die Dosis des Arzneistoffs herabsetzen oder ihn durch einen anderen ersetzen.

Als potenziell hepatotoxisch gelten einige Chemotherapeutika, Antidepressiva und auch Parkinsonmittel. So wird beispielsweise empfohlen, während der Therapie mit COMT-Inhibitoren die Leberenzymwerte des Patienten regelmäßig zu überprüfen. Allerdings spielen die Arzneistoffe als Lebergifte insgesamt eine eher untergeordnete Rolle, die meisten Menschen schädigen ihre Leber durch exzessiven Alkoholgenuss.

Als typische Leberenzyme zur Diagnose oder Früherkennung von Lebererkrankungen oder -schäden gelten die Transaminasen Aspartat-Aminotransferase (AST) und Alanin-Aminotransferase (ALT) die Glutamat-Dehydrogenase, die Gamma-Glutamyl-Transpeptidase, die Laktat-Dehydrogenase und die Alkalische Phosphatase. Bei akuten Leberentzündungen durch Hepatitisviren ist beispielsweise der AST-Wert schon deutlich erhöht, bevor sich die Erkrankung durch eine Gelbsucht bemerkbar macht.

Normwerte für die wichtigsten Leberparameter

Parameter Frauen (in U/l) Männer (in U/l)
AST < 35 < 50
ALT < 35 < 50
GLDH < 7 < 5
GGT < 40 < 67
LDH 135-215 135-225
AP bis 50 Jahre und Normgewicht: 55-147 40-130
über 50 Jahre oder bei Übergewicht: 60-170
ParameterErwachsene (in mg/dl)
Gesamt-Bilirubin < 1,1

Transaminasen

In der Leber ist die Konzentration an Transaminasen besonders hoch. Das Enzym Aspartat-Aminotransferase (AST oder ASAT), früher Glutamat-Oxalat-Transaminase (GOT), ist für die Diagnose, Prognose und Früherkennung von Lebererkrankungen von großer Bedeutung. Es wird in der Regel zusammen mit anderen Leberenzymen bestimmt wie der Alanin-Aminotransferase (ALT oder ALAT), früher Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT). 

Normalerweise sind die Konzentrationen von AST und ALT im Blut nur gering, bei geschädigten Leberzellmembranen werden sie allerdings vermehrt in das Blut abgegeben. Erhöhte Transaminasenwerte gelten als Signal, die Leber gründlicher zu untersuchen. 

Glutamat-Dehydrogenase

Das mitochondriale Enzym Glutamat-Dehydrogenase (GLDH) ist in allen Geweben vorhanden. Beim Untergang von Leberzellen sind seine Konzentrationen im Blut messbar erhöht. Der Wert eignet sich daher, um die Schwere und das Ausmaß einer akuten Leberparenchymschädigung zu beurteilen.

Gamma-Glutamyl-Transpeptidase 

Wie die Transaminasen ist auch die Gamma-Glutamyl-Transpeptidase (GGT, auch Gamma-GT) am Eiweißstoffwechsel beteiligt. Auch der GGT-Wert ist bei vielen Erkrankungen der Leber und der Gallenwege erhöht. Hohe Werte können auf einen Alkoholmissbrauch hinweisen. 

Laktat-Dehydrogenase

Die Laktat-Dehydrogenase (LDH) ist am Milchsäurestoffwechsel beteiligt. Das Enzym kommt nicht nur in der Leber vor, auch in Muskeln, dem Herzmuskel, der Lunge und in Blutbestandteilen. Erhöhte Werte sind daher kein eindeutiger Hinweis auf eine Lebererkrankung.

Bilirubin 

Der rötlichbraune Gallenfarbstoff entsteht beim Abbau der roten Blutkörperchen. Das Bilirubin gelangt aus der Leber in die Galle, von dort in den Darm, wo esausgeschieden wird und für die normale Färbung des Stuhls verantwortlich ist. Erhöhte Werte können auf Lebererkrankungen hinweisen, jedoch auch andere Ursachen haben.

Alkalische Phosphatase 

Die im Serum messbaren Phosphatasewerte stammen aus verschiedenen Organen wie der Leber, dem Darm, den Gallenwegen oder den Knochen. Bei erhöhten Werten der alkalischen Phosphatase (AP) in Verbindung mit erhöhten Transaminase-Werten beziehungsweise der GGT liegt in den meisten Fällen eine Erkrankung der Leber vor.