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Mariendistel bei Leberbeschwerden

22.12.2008  09:59 Uhr

Mariendistel bei Leberbeschwerden

PTA-Forum / Als Lebertherapeutika haben sich Präparate mit Extrakten aus den Früchten der Mariendistel (Silybum marianum L.) bewährt.

Mariendistelfrüchte enthalten 20 bis 30 Prozent fettes Öl und etwa den gleichen Prozentsatz an Proteinen. Der eigentliche Wirkstoffkomplex, auch als Silymarin bezeichnet, ist in der getrockneten Droge nur zu etwa 2 bis 3 Prozent enthalten. Silymarin ist ein Flavonolignan-Gemisch aus den vier Isomeren Silybinin, Isosilybinin, Silydianin und Silychristin.

Der Extrakt wirkt mehrfach: Dank seiner Membran stabilisierenden Effekte schirmt er die Leber vor zahlreichen Zellgiften wie Alkohol ab. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich Silymarin an Proteine und Rezeptoren der Membranen der Leberzellen bindet und dadurch toxische Substanzen verdrängt beziehungsweise deren Eindringen in die Zellen verhindert. Außerdem wirkt Silymarin als Radikalfänger, stimuliert die Proteinsynthese und steigert dadurch die Regenerationsfähigkeit der Leberzellen.

Die Kommission E beim ehemaligen Bundesgesundheitsamt empfahl daher im März 1986 Zubereitungen aus Mariendistelfrüchten zur Behandlung von toxischen Leberschäden sowie zur unterstützenden Therapie bei chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen und bei Leberzirrhose. Viele pharmakologische Untersuchungen und klinische Studien belegen die Wirksamkeit des Isomerengemischs aus Mariendistelfrüchten. Die klinischen Prüfungen erfüllen größtenteils die Anforderungen das Good Clinical Practice (GCP) und entsprechen damit den gültigen Kriterien für die Prüfung von Arzneimitteln. In Studien an Patienten mit chronischen, durch Alkoholmissbrauch verursachten Leberschäden verbesserte der standardisierte Mariendistelfrüchte-Trockenextrakt die Leberenzymwerte: den AST-, ALT- oder GGT-Wert. Angaben zu den Normwerten der typischen Leberenzymwerte finden Sie im Beitrag Diagnostik: Leberwerte und ihre Bedeutung

Als Tagesdosis empfahl die Kommission E 12 bis 15 g Droge, entsprechend 200 bis 400 mg Silymarin. Die Präparate enthalten Trockenextrakt und sind auf den Silymaringehalt eingestellt. Zu den verschiedenen Handelsprodukten gehören zum Beispiel Legalon 70 Protect®, Hepar-Pasc® und Silymarin Stada®. Mariendistelpräparate gelten als sehr gut verträglich. Risiken und schwerwiegende Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Vereinzelt wirkte der Extrakt leicht laxierend.