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Editorial

Wissen ist kein Ruhekissen

30.12.2009
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Wissen ist kein Ruhekissen

Der wissenschaftliche Fortschritt hat zur Folge, dass sich niemand auf seinem erworbenen Wissen ausruhen kann. Dies gilt selbstverständlich auch für PTA und Apotheker, denn die Patienten erwarten von ihnen aktuelle Kenntnisse über Arzneimittel. Allein im Jahr 2009 kamen 30 neue Wirkstoffe auf den deutschen Markt. Damit Sie über die wichtigsten Details der Neuerscheinungen informiert sind, hat die Redaktion des PTA-Forums zu Beginn des Jahres eine Serie über neue Arzneistoffe eingeführt. Mit den Beiträgen möchten wir Ihre Beratungskompetenz stärken.

In Ihrer Ausbildung nahm neben der Arzneimittelkunde auch die Analytik der Arzneistoffe einen großen Raum ein. Etliche Stunden verbrachten Sie damals im Labor und prüften wichtige Arzneisubstanzen auf ihre Identität, Reinheit und den Gehalt. Anfang der 1970er-Jahre machten die ersten PTA ihr Examen. Sollten Sie zu dieser Gruppe gehören, erinnern Sie sich bestimmt noch an den Geruch einiger Lösungsmittel und Reagenzien. Auch ich habe im Labor relativ großzügig mit Chloroform gearbeitet und Pyridin verwendet. Glücklicherweise wurden seitdem in den Laboren der Universitäten, PTA-Lehranstalten und Apotheken hoch toxische Substanzen durch gesundheitlich unbedenklichere ersetzt. Leider sind diese Erkenntnisse in den Vorschriften des Europäischen Arzneibuchs oft noch immer nicht umgesetzt, vor allem für dünnschichtchromatographische Untersuchungen sind dort weiterhin Fließmittel mit halogenierten Kohlenwasserstoffen vorgeschrieben. Doch der Gesetzgeber erlaubt Ihnen in der Apotheke, auch andere Methoden zu nutzen, wenn die Prüfungen ebenso zuverlässig sind. Praxiserprobte alternative Prüfverfahren finden Sie im Deutschen Arzneimittel-Codex. Apotheker Dr. Michael Hörnig, Leiter des Zentralen Prüflaboratoriums des DAC, beschreibt im Titelbeitrag Alternative Identitätsprüfungen: Mit dem DAC arbeiten, welche Methoden sich für die Identitätsprüfungen organischer Substanzen und Drogen besonders gut eignen. Ein Aspekt war dem DAC-Team bei der Auswahl der Reagenzien und Methoden besonders wichtig: ein möglichst geringes Gefährdungspotenzial für Mensch und Umwelt. Doch auch der Zeitaufwand spielte eine Rolle, obwohl er nicht an erster Stelle stand. Alle Prüfverfahren finden Sie im Band 3 des DAC. 

Sicher werden sich zum neuen Jahr wieder viele Raucher ganz fest vornehmen, endlich keine Zigarette mehr anzufassen. Der Vorsatz ist lobenswert, doch werden die meisten Raucher schon bald nach Silvester wieder rückfällig. Welche rezeptfreien Arzneimittel den Erfolg auf dem Weg vom Raucher zum Nichtraucher signifikant verbessern, beschreibt Apothekerin Dr. Andrea Hämmerlein in ihrem Beitrag Raucherentwöhnung: Endlich geschafft. Allerdings ist es oft schon schwierig genug, Raucher auf das Thema Nikotinentwöhnungstherapie anzusprechen. Formulierungsvorschläge macht dazu Apotheker Dr. Gerd Leidig im zweiten Beitrag der Serie zum Nikotinverzicht (Nicotinverzicht: Dem Kunden geben, was er braucht). Die neuen Nichtraucher werden es Ihnen danken, wenn Sie dazu beigetragen haben, dass diese von sich behaupten können: Endlich geschafft!

Die Redaktion des PTA-Forums wünscht Ihnen für das Jahr 2010 Gesundheit, alles Gute und viel Erfolg bei der Umsetzung Ihrer ganz persönlichen guten Vorsätze.

Annette van Gessel
Apothekerin für theoretische und praktische Ausbildung