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Berufspolitik

Generalangriff auf PTA

21.11.2011  13:08 Uhr

Von Bettina Schwarz / Als unausgegoren und ohne klare Linie kritisiert der Bundesverband PTA (BVpta) e. V. den vorliegenden Entwurf zur ­Novellierung der Apothekenbetriebsordnung.

»Das Einzige, was man derzeit mit einiger Sicherheit erkennen kann, ist der geplante Generalangriff auf unseren Beruf«, kommentiert Sabine Pfeiffer, BVpta-Bundesvorsitzende, die aktuellen Formulierungen. Nach Pfeiffers Ansicht ignoriert der Novellierungsentwurf völlig die Tatsache, dass der PTA-Beruf bereits heute mit hohen Akzeptanz-Problemen bei jungen Menschen zu kämpfen hat.

»Es wird immer schwerer, engagierte Berufsanfänger zu finden. Wenn man – wie jetzt vorgesehen – den PTA Kompetenzen abspricht, indem man sie noch mehr unter die Aufsicht der Apotheker stellt, wird sich dieses Problem auf keinen Fall lösen.« Angesichts des Apothekermangels und der Tatsache, dass schon heute die PTA in den Apotheken zwischen 70 und 80 Prozent aller Arzneimittel abgeben, bezweifelt Pfeiffer zudem, dass verstärkte Aufsichtspflichten der Apotheker überhaupt umsetzbar sind. Mehr noch: Die Novellierung diene nicht einmal der Qualität. Wenn künftig auch Apothekenmitarbeiter aus nicht pharmazeutischen Berufen Individualarzneimittel herstellen dürften, sei dies ein erheblicher qualitativer Rückschritt.

Berufsgesetz änderungsbedürftig

Wer die Apotheke zukunftssicher machen wolle, könne dies nur schaffen, wenn er den PTA nicht weniger, sondern mehr Verantwortung zumesse. »Wir können weit mehr, als wir derzeit dürfen, und wir sind bereit, es zu tun«, erklärt Pfeiffer. »Die Apothekenbetriebsordnung in der aktuell diskutierten Form wird hier nicht weiterhelfen. Sie muss daher zwingend über­arbeitet werden. Was wir brauchen, ist ­ ein PTA-Berufsgesetz, das den geänderten Anforderungen Rechnung trägt. Und ­ das brauchen wir angesichts des dramatischen Rückgangs an Berufsinteressier­ten schnell.«

Pfeiffer wiederholte die Bereitschaft des BVpta, sich an entsprechenden Gesprächen zu beteiligen. Dabei ließ sie aber keinen Zweifel: »Über weniger Qualität der Arzneimittelversorgung wird mit uns nicht zu reden sein. Dieses Gut ist ein Recht des Patienten, welches nicht zur Disposition gestellt werden darf.« /

Weitere Informationen

Geschäftsstelle: Bundesverband PTA e. V., Bettina Schwarz , Geschäftsleitung, Bismarckstraße 128, 66121 Saar- brücken , Tel. 0681 9602312, Fax 0681 96023-11, E-Mail info(at)bvpta.de oder www.bvpta.de

E-Mail-Adresse der Verfasserin

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