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NADA

Kampf gegen Doping

26.11.2012  10:44 Uhr

Von Verena Arzbach / Am 21. November 2012 feierte die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) ein Jubiläum: Seit zehn Jahren engagiert sich die in Bonn ansässige Stiftung für fairen und dopingfreien Sport. Unterstützung erhält die NADA dabei seit mehreren Jahren von den deutschen Apothekern.

»Seit nunmehr zehn Jahren ist die NADA das deutsche Kompetenzzentrum für sauberen Sport in Deutschland. Durch ihr unermüdliches Engagement gegen Doping hat sie sich auch international einen Namen gemacht«, sagte Professor Hans Georg Näder, Aufsichtsratsvorsitzender der NADA, anlässlich des Jubiläums. Ziel der unabhängigen Stiftung ist der Kampf gegen Doping im Sport. Die Aufgaben der NADA umfassen die Einführung eines einheit­lichen Dopingkontrollsystems in Deutschland sowie die Beratung von Sportverbänden und Athleten. Auch Prävention und die Einrichtung eines Sportschiedsgerichts sind Anliegen der Organisation. Außerdem beantwortet die NADA Fragen zu Medikamenten und erteilt in bestimmten Fällen medizinische Ausnahme­genehmigungen. Ist ein Athlet mit chronischer Erkrankung auf ein eigentlich verbotenes Medikament angewiesen, muss das Komitee der NADA den Gebrauch bewilligen. Dies gilt beispielsweise für Insulin, Diuretika oder Cortisonpräparate.

Seit 2009 arbeitet die NADA eng mit den Apothekern zusammen. Gemeinsam kämpft die Agentur mit der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände gegen den Missbrauch von Arzneimitteln und Doping im Sport. Bestandteil der Zusammenarbeit sind regelmäßige Fort­bildungen für Apotheker und PTA zum Thema Anti-Doping, beispielsweise zur Handhabung der Medikamenten-Datenbank NADAmed sowie zur Beispielliste für zulässige Medikamente (siehe Kasten). Die ABDA ist außerdem offizieller Co-Partner des Deutschen Olympischen Sportbundes und der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen sowie Nationaler Förderer des Deutschen Behindertensportverbandes.

Auf ihrer Homepage bietet die NADA viele Informationen rund um das Thema Doping. Broschüren wie die internationale Liste verbotener Substanzen sowie eine Beispielliste zulässiger Medikamente stehen in der aktuellen Version unter www.nada-bonn.de als PDF-Download zur Verfügung. Unter www.nadamed.de können die Nutzer außerdem eine Medikamentendatenbank aufrufen und schnell Auskunft über die Dopingrelevanz von häufig verschriebenen oder angefragten Arzneimitteln erhalten. Die Datenbank umfasst zurzeit knapp 3000 Medikamente und Wirkstoffe und wird ständig erweitert.

Denn vor allem im professionellen Leistungssport verwenden Athleten bestimmte Arzneimittel missbräuchlich zur Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit. Aber auch im Freizeitsport und in der Fitnessszene ist Doping inzwischen weit verbreitet. Teilweise wenden Sportler verbotene Substanzen auch unwissentlich an. Denn schon mit der Einnahme von Ephedrin (zum Beispiel in WickMediNait®) oder Pseudoephe¬drin (zum Beispiel in Aspirin® Complex) tappen sie möglicher­weise in die Dopingfalle. Die beiden Stimulanzien sind verboten, sobald ihre Konzentration im Urin 10 Mikrogramm pro ml beziehungsweise 150 Mikrogramm pro ml übersteigt. PTA und Apothekern kommt hier eine wichtige Aufgabe zu: Sie sollten Sportler zu verbotenen Substanzen beraten und den Patienten oder dem verschreibendem Arzt gegebenenfalls Alternativen empfehlen.

Der Höhepunkt der Kooperation zwischen NADA und ABDA war die Zusammenarbeit bei den Olympischen und Paralympischen Spielen 2010 in Vancouver und 2012 in London. Dort klärten die Verbände in einer eigens eingerichteten Apotheke im jeweiligen Deutschen Haus Athleten und Trainer darüber auf, welche Arzneimittel sie beispielsweise bei einer Erkältung unbesorgt einnehmen können. Apotheker und NADA-Mitarbeiter berieten zur Dopingrelevanz von Arzneimitteln, pflegten einen engen Kontakt mit den deutschen Teamärzten und beantworteten Fragen zu Dosierung, Nebenwirkungen und Risiken von Medikamenten. Athleten, Betreuer, Trainer und Gäste des Deutschen Hauses erhielten in der Apotheke im Bedarfsfall ausschließlich erlaubte Arzneimittel. /

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