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Bei Schlaganfall schnell zu Spezialisten

18.08.2014
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Von Annette Immel-Sehr / Von einer Lyse­therapie profitieren Schlaganfall-Patienten dann am meisten, je kürzer die Zeitspanne zwischen dem Auftreten erster Schlaganfallsymptome bis zum Start einer Therapie ist.

Bei dieser Therapie infundieren Ärzte den Patienten ein Enzym, das Blutgerinnsel in Blutgefäßen des Gehirns auflöst. Nun wurden die Behandlungsergebnisse der Jahre 2008 bis 2012 in einer baden-württembergischen Studie in Kooperation mit den Universitätskliniken Heidelberg und Mannheim unter Leitung von Professor Werner Hacke, Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg, analysiert. 

Es zeigte sich, dass Schlaganfall-Patienten eine Behandlung auf höchstem Niveau erhalten, wenn sie in einer sogenannten Stroke-Unit therapiert werden. Von diesen spezialisierten Schlaganfall-Abteilungen gibt es derzeit 259 in Deutschland. Dort werden 70 bis 80 Prozent aller Patienten mit akuten Schlaganfällen behandelt. Die hohe Zahl weist auf eine sehr gute Versorgung hin, zeigt aber auch, dass in einigen ländlichen Regionen noch keine Stroke-Unit-Versorgung gewährleistet ist.

Die Studie ergab außerdem, dass jeder sechste Patient innerhalb von 90 Minuten nach dem ersten Auftreten der Symptome eine Lyse­therapie erhält. Ein solch früher Beginn erzielt die besten Erfolge. Auch nach zwei bis drei Stunden kann das Gerinnsel noch aufgelöst werden, doch die Chancen sinken. Dann beurteilten die Ärzte nur noch bei einem von sechs Patienten das Behandlungsergebnis als gut. »Die Ergebnisse zeigen, dass wir weiterhin Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung betreiben müssen«, sagt Hacke. »Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute!«

Quellen: Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN)