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Gefährliche Raupenhaare

18.08.2014
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Von Annette Immel-Sehr / Die Raupen des Eichen-Prozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) bilden feine 2 bis 3 Millimeter lange Haare aus, die das Nesselgift Thaumetopoein, ein Histamin-freisetzendes Toxin, enthalten.

»Die Brennhaare können noch jahrelang das Nesselgift enthalten und allergische Hautreaktionen, Augenreizungen, Husten, Halsschmerzen, Fieber und in seltenen Fällen auch einen allergischen Schock auslösen. 

Wer einmal Beschwerden aufgrund dieser Gifthaare hatte, sollte eine wiederholte Berührung damit meiden. Denn dann können die Symptome verstärkt auftreten«, warnt Dr. Monika Niehaus, Mitglied des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) sowie Kinder- und Jugendärztin aus Weimar.

Der Eichen-Prozessionsspinner ist ein nachtaktiver Schmetterling, der bevorzugt in freistehenden besonnten Eichen, zum Beispiel an Wald- und Straßenrändern sowie in Parks lebt. Die Haare der Raupen brechen leicht ab und werden durch den Wind bei trocken-warmem Wetter verbreitet. Mit ihren Widerhaken bleiben sie leicht auf feuchten Hautstellen oder Schleimhäuten haften. Kinder sollten die von Eichen-Prozessionsspinnern befallenen Regionen am besten ganzjährig meiden. »Sind Kinder versehentlich mit den Brennhaaren in Kontakt gekommen, sollten sie sich umgehend duschen und die Haare waschen. 

Kleidung sollte wenn möglich außerhalb der Wohnräume ausgezogen und auf keinen Fall im Haus ausgeschüttelt werden. Ein heißer Waschgang bei 60°C in der Maschine beseitigt die Härchen in der Kleidung. Sind die Augen betroffen, sollten sie mit Wasser gespült werden«, rät Niehaus. Treten trotzdem noch Probleme auf, sollten die Eltern mit ihrem Kind den Kinderarzt aufsuchen. Vermutlich wegen des Klimawandels tritt der Schmetterling in Deutschland zunehmend auf, vor allem in Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern. In vom Eichen-Prozessions­spinner besonders befallenen Regionen empfiehlt es sich, im Auto einen Pollenfilter zu verwenden. /

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)