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Repräsentative Befragung

Verstehen Sie Arzt?

18.08.2014
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Von Elke Wolf / Was will mir mein Arzt sagen? Die Kompetenz der Deutschen in Fragen rund um ihre Gesundheit lässt zu wünschen übrig: Fast 60 Prozent der gesetzlich Versicherten hat große Defizite, was das Wissen zu Gesundheitsthemen angeht. Das zeigt eine repräsentative Befragung des wissenschaftlichen Instituts der AOK (WidO).

Das WidO befragte dazu telefonisch mehr als 2000 gesetzlich Versicherte über 18 Jahre. Das Ergebnis: Bei 14,5 Prozent der Befragten stuft das Institut die Gesundheitskompetenz als unzureichend ein, bei 45 Prozent als problematische, bei 33,5 Prozent als ausreichend und nur bei 7 Prozent beurteilt das WidO die Fähigkeiten als ausgezeichnet. 

Mit diesen Ergebnissen schneidet die Republik schlechter ab als andere europäische Staaten. Besonders eklatant waren die Unterschiede in Sachen Prävention: 23,4 Prozent der gesetzlich versicherten Deutschen offenbarten unzureichende Kenntnisse in Sachen Prävention, verglichen mit dem EU-Durchschnitt von 13,2 Prozent sind das fast 10 Prozent mehr.

Viele Befragte fanden es zum Beispiel schwierig herauszufinden, wo sie professionelle Hilfe erhalten, wenn sie krank sind. Einige erklärten, sie könnten nur schwer nachzuvollziehen, was ihnen der Arzt oder Apotheker erklärt. Außerdem können sie Warnungen von Experten bezüglich gesundheitsschädlicher Verhaltensweisen wie zu wenig Bewegung, Rauchen oder übermäßigem Trinken kaum verstehen beziehungsweise nachvollziehen. Etwas mehr als jedem Zehnten (12,1 Prozent) ist der Sinn von Vorsorgeuntersuchungen, beispielsweise der Krebsfrüh­erkennung, nicht klar.

Das bleibt vermutlich nicht ohne Folge: Nach Angaben des Wido verhalten sich Menschen mit einem geringen Verständnis für Gesundheitsinformationen risikoreicher. Sie nehmen seltener Präventionsangebote in Anspruch und befolgen ärztliche Anweisungen weniger konsequent. Mangelnde Adhärenz kann den Heilungsprozess nachweislich gefährden.

Das WidO fordert deshalb Maßnahmen, die Gesundheitskompetenz der Patienten zu verbessern. Besonders in der Bildung müssten Gesundheitsthemen einen festen Platz bekommen, schon in der Kita, Vorschule, allen anderen Schulzweigen und in der Erwachsenenbildung sowie der außerschulischen Jugendarbeit.

Quelle: Wissenschaftliches Institut der AOK

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Elke Wolf: Verstehen Sie Arzt?
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ISBN 978-3-7741-1238-4, PZN 05454993