PTA-Forum online
Kardiale Mikronährstoffe

Stress geht zu Herzen

03.06.2015  12:49 Uhr

Von Elke Wolf, Frankfurt am Main / Herzrasen, -stolpern oder -klopfen? Bei etwa einem Drittel der Betroffenen, die wegen der­artiger Beschwerden den Arzt aufsuchen, stecken allein psychische Belastung und Stress hinter den Beschwerden. Dabei liegen keine organischen Ursachen zugrunde. Ein geeignetes Stressmanage­ment und die kombinierte Gabe von Kalium und Magnesium können helfen, stressbedingten Herzrhythmusstörungen vorzubeugen.

Verstärktes Herzklopfen, Herzstolpern, Herzrasen, unregelmäßiger Herzschlag, erhöhter Blutdruck und Extrasystolen, also Herzschläge, die quasi aus der Reihe tanzen, treten vor allem in emotional belastenden Situationen auf, erklärte Dr. Elke Parsi, Kardiologin aus Berlin, auf einer Pressekonferenz der Trommsdorff Arzneimittel GmbH.

In einer aktuellen Telefon­umfrage bei 2527 Personen aller Altersgruppen ging das Unternehmen der Frage nach, inwieweit sich die Deutschen Stress zu Herzen nehmen. Jeder Fünfte kannte solche kardialen Symptome aus eigener Erfahrung, berichtete Parsi. Etwa 60 Prozent davon lassen ihre Beschwerden vom Arzt abklären. In etwa einem Drittel der Fälle sind die Herzrhythmusstörungen funktioneller Natur, also ohne organische Ursache, und dadurch in der Regel ungefährlich. Dennoch empfinden die Betroffenen sie als beunruhigend. Meist stecken psychische Belastung und Stress dahinter, informierte die Kardiologin.

Stressinduzierte Herzbeschwerden kommen nicht von ungefähr. In psychischen und physischen Belastungssitu­ationen wird über die Hypophysen-Neben­nieren-Achse verstärkt Cortisol freigesetzt, um den Stoffwechsel schnell an extreme Situationen anzupassen. Gleichzeitig steigt der Aldosteronspiegel, was die Rückresorption von Natrium erhöht. Diesem folgt aufgrund des osmotischen Effekts Wasser. Zudem wird die renale Ausscheidung von Kalium gefördert. Hinzu kommt, dass hohe Aldosteronspiegel die renale tubuläre Reabsorption von Magnesium reduzieren. Aus der stressinduzierten Cortisolausschüttung kann so letztlich ein Mangel an Kalium und Magnesium resultieren.

Diese beiden Elektrolyte sind jedoch entscheidend an der Aufrechterhaltung der elektrischen Stabilität der Zelle beteiligt. So können etwa Hypokaliämien (Kalium < 3,5mmol/l) eine Abnahme der Kontraktionsfähigkeit der Muskeln, aber auch eine erhöhte Erregung, Störungen der Erregungsleitung sowie Extrasystolen des Herzens indizieren. Magnesium wiederum beeinflusst die elektrische Stabilität, indem es Calciumüberladungen der Zelle verhindert, die zelluläre Erregbarkeit vermindert und die Freisetzung erregungsfördernder Transmitter reduziert. Die Balance zwischen diesen beiden Mineralstoffen ist wichtig, damit das Herz im Takt schlägt. »Wo immer situativ, allgemein oder lokal, vorübergehend oder andauernd Dysbalancen oder Heterogenitäten in den elektrophysiologischen Gegebenheiten des Myokards auftreten, können Herzrhythmusstörungen begünstigt werden«, erklärte Professor Dr. Manfred Zehender von der Klinik für Kardiologie und Angiologie in Freiburg.

Stabilität wahren

Deshalb sieht er in der kombinierten Gabe von Magnesium und niedrig dosiertem Kalium (wie Tromcardin® complex) bei funktionellen Herzrhythmusstörungen eine Therapieoption, allerdings nur nach ärztlicher Abklärung und nach Kontrolle des Kaliumspiegels. Neben der Monotherapie eigne sich die Nährstoffkombination nach den Ausführungen Zehenders auch als Zusatztherapie etwa bei chronischen Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck oder Durchblutungsstörungen. Der Experte stellte eine placebokontrollierte, doppelblinde Studie vor, in der eine dreiwöchige Kalium-Magnesium-Gabe (12 mmol Kalium und 6 mmol Magnesium täglich) in der Lage war, Extrasystolen vorzubeugen und den Herzrhythmus zu stabilisieren. Besonders bei den Patienten mit einer Koronaren Herzkrankheit verbesserte sich die Arrhythmiehäufigkeit um bis zu 42 Prozent.

Auch Diabetiker sollten Kalium substituieren, da Insulin die Kaliumaufnahme in die Zelle vermindert. Ebenso empfehlenswert ist eine diätetische Behandlung mit herzaktiven Mikronährstoffen für Patienten, die Statine, Antiarrhythmika oder Diuretika einnehmen, erklärte Zehender. /