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Eisen leichter substituieren

19.06.2017
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Eisenmangel ist ein weit verbreitetes Problem, doch eine Nahrungsergänzung ist aus pharmakokinetischen und geschmacklichen Gründen oft schwierig. Nun haben Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich eine neue Darreichungsform entwickelt: essbare Molkeprotein-Nanofasern bestückt mit Eisen-­Nanopartikeln

Bei der Herstellung werden Molkeproteine bei 90°C in starker Säure hydrolysiert, bis sie sich vollständig ausstrecken. Mehrere solcher Proteinfäden lagern sich dann selbstorganisierend zu dickeren Protein-Nanofasern zusammen. Diese Nanofasern beladen die Forscher mit Eisen-Nanopartikeln aus Eisenchlorid (FeCl3).

Die Wirksamkeit der neuen Eisenergänzung ist im Tierversuch belegt. Bei Ratten mit Eisenmangel war das Präparat ebenso wirksam wie Eisensulfat, dem derzeitigen Standard der Eisensupplementation. Die ETH-Forscher prüften auch die Sicherheit der neuen Formulierung: Eine Anreicherung unverdauter Proteinfasern aus dem Eisenpräparat im Körper oder gar Gewebeanomalien fanden sie nicht.

Die neue Verbindung kann Lebensmitteln problemlos zugesetzt werden, ohne deren Sensorik zu ver­ändern. Weil das Verfahren preiswert und leicht zu handhaben ist, wäre es gerade für Entwicklungsländer eine interessante Option. Dort sind die Menschen noch stärker von Eisenmangel betroffen als in den westlichen Industrienationen. (ais)