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Zink für Herz und Nieren

19.06.2017
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Dass Zink essenzielle Stoffwechselfunktionen beeinflusst, ist bekannt. Dass aber schwindende Zinkdepots im Körper auch den Herzmuskel und in der Folge Leber und Niere nicht unbeeindruckt lassen, ist weniger gut untersucht.

Tritt oxidativer Stress auf, ist womöglich ein Zinkmangel vorhanden, der sich am Herzmuskel ablesen lässt. Diesen Zusammenhang legt eine Studie von Wissenschaftlern der Technischen Universität München (TUM) nahe.

Für die in »The Journal of Nutrition« erschienene Studie haben die Wissenschaftler jungen Ferkeln für wenige Tage das Nahrungszink in unterschiedlichem Ausmaß vorenthalten. Parallel zum Zinkstatus nahm der Speicher an Glutathion und Vitamin E, zwei wichtigen Antioxidanzien, im Herzmuskel ab. Somit beeinflusst die Zink­versorgung des Körpers bereits in einem frühen Stadium die Fähigkeit des Herzens, mit oxidativem Stress um­zugehen. Dieser ist nach gegenwärtigem Stand der Forsch­ung daran beteiligt, dass Herzerkrankungen entstehen. Ebenso zeigte sich, dass Gene, die für den ­programmierten Zelltod, die Apoptose, verantwortlich sind, in dieser Phase­ des Zell­stresses mit schwindendem Zink hochreguliert werden.

Nach einigen Tagen­ gelang es dem Herzgewebe zu kompensieren. »Nach der ersten Phase, in der sich eine Reduktion des Herzzinkge­haltes zeigte, steuerte der Herzmuskel gegen und erhöhte den Zinkgehalt wieder auf das Ausgangs­niveau. Dies geschieht allerdings zulasten der Zinkge­halte in anderen Organen – allen voran der Leber, Niere und des Pankreas«, informiert Daniel ­Brugger, Erstautor der Studie. Weitere, noch nicht ver­öffentlichte Daten zeigten zudem, dass daraufhin beispiels­weise in der Leber­ subklinische Entzündungen aufgrund des dort einsetzenden Zinkmangels auftreten. Um dies bestätigen zu können, sind weitere Studien notwendig. (ew)