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Warnhinweise auf Schmerzmitteln bald Pflicht

15.06.2018  16:52 Uhr

Rezeptfreie Analgetika mit Ibuprofen, ASS und Co. bekommen künftig einen Warnhinweis. Dieser soll Verbraucher für die Gefahren einer längeren Einnahme dieser Medikamente sensibilisieren.

Künftig müssen nach der Analgetika-Warnhinweis-Verordnung alle Packungen von OTC-Analgetika folgenden Warnhinweis tragen: »Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben«. Auch Rezeptur- und Defekturarzneimittel müssen auf dem Außen­behältnis entsprechend gekennzeichnet werden.

Rund 91 Millionen Packungen solcher Medikamente gingen nach Angaben der Bundesapothekerkammer im Jahr 2017 über die HV-Tische in den öffentlichen Apotheken. Dabei handelt es sich um Medikamente mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac, Ibuprofen­, Naproxen, Paracetamol, Phenazon oder Propyphenazon. Deren längerfristige Anwendung oder Über­dosierung kann medizinischen Erkenntnissen zufolge zu einer Reihe von schweren unerwünschten Arzneimittelwirkungen führen, die auch tödlich sein können. So kann es etwa zu Blutungen, Perforationen oder Geschwüren im Magen-Darm-Trakt kommen. Auch können Schlag­anfälle sowie Leber- und Nierenschäden auftreten.

In den Packungsbeilagen der Medikamente weisen die Hersteller zwar auf diese Gefahren hin. Die Warnungen kommen aber bei vielen Anwendern nicht an. Studien des Robert-Koch-Instituts zufolge nehmen 22 Prozent der OTC-Anwender die Mittel länger als vier Tage ein.

Für die Umstellung der Arzneimittelpackungen ist für die Hersteller eine Übergangsfrist von zwei Jahren vor­gesehen. Für Rezeptur- und Defekturarzneimittel sieht die Neuregelung eine Frist von zwölf Monaten vor. Vor­rätige Packungen ohne Warnhinweis dürfen vom Großhandel und den Apotheken noch abverkauft werden. Sobald­ die Verordnung im Bundesgesetzblatt verkündet ist, soll sie am ersten Tag des darauffolgenden Monats in Kraft treten. (PZ/et)