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Fortbildung von PTA für PTA

04.07.2016  13:34 Uhr

Von Sabine Pfeiffer / Am 4. Juni fand in Aachen, parallel zur Jahrestagung des Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker, ein Fortbildungsnachmittag für im Krankenhaus tätige PTA statt. Willkommen waren aber auch PTA aus der öffentlichen Apotheke sowie Apotheker. Organisiert hatte diesen Nachmittag Antje Prenzel, Leiterin des Arbeitskreises Krankenhaus-PTA des Bundesverband Pharmazeutisch-technischer Assistentinnen (BVpta).

Bereits für den Vormittag hatte Prenzel Dr. Steffen Amann, Chefapotheker des Städtischen Klinikums München, für einen Vortrag über »ABS: Antibiotic Stewardship; strukturierte Maßnahmen zur Sicherung einer rationalen Antibiotikatherapie im Krankenhaus« gewinnen können. Das aktuelle Thema interessierte nicht nur viele PTA und Besucher der Tagung, sondern wurde auch im Nachgang noch heftig diskutiert.

Nachmittags stellte Sandra Esser ihren Arbeitsplatz, das Helios-Klinikum Krefeld, vor und ging auf die verschiedenen von PTA durchgeführten Arbeitsgänge ein. In der anschließenden Diskussion hinterfragten die Zuhörer vor allem die Zyto- und Mischinfusionsherstellung. Den zweiten Vortrag zum Thema »Vor- und Nachteile von Isolatoren« hielt Brigitte Glaß aus dem Universitätsklinikum Köln. Der anschließende Erfahrungsaustausch zeigte, wie sehr sich die PTA für die verschiedenen Arbeitsweisen in den Krankenhäusern interessieren.

Tanja Fuchs vom Bezirksklinikum Obermain Kutzenberg referierte über ein Thema, das auch PTA aus der öffentlichen Apotheke betrifft: Anaphylaxie – Grundlagen und Demonstration von Muster-Pens. Zuerst erklärte sie, welchen schwerwiegenden Einfluss Allergien auf den menschlichen Körper und die Funktion verschiedener Organe haben. Im Anschluss ging sie insbesondere auf die Therapie des anaphylak­tischen Schocks ein, bei dem das Leben der Betroffenen vom schnellen Einsatz des Notfall-Sets abhängt. Dessen Pen enthält Adrenalin, um Blutdruck und Kreislauf zu stabilisieren. Betroffene, Familienangehörige und Freunde sollten die richtige Handhabung kennen beziehungsweise einmal »durchspielen«, denn im Notfall muss der Pen richtig eingesetzt werden, da man nur eine Chance hat: in den Oberschenkel, durch die Kleidung, mit großem Schwung in den Muskel und los! Vor der Kaffeepause konnte sich jeder mit einem Musterpen selbst zum Versuchskaninchen machen oder sich zeigen lassen, wie er dem Patienten die richtige Applikation erklären kann.

Martin Seipt aus dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden beschrieb die derzeitig immer noch aktuelle Problematik der »Versorgung von Flüchtlingen aus der KH-Apotheke«. Er ging auf Hürden ein, die sowohl die Asylsuchenden als auch die Helfer tagtäglich nehmen müssen. Auch dieser Vortrag bot viel Diskussionsstoff.

In »Standardisierung von Mischin­fusionen für Pädiatrie; Wochenendherstellung leicht gemacht« berichtete Prenzel, die im St. Josef-Krankenhaus in Berlin arbeitet, über die Gedanken, die man sich dort zur Optimierung der anfallenden Arbeiten gemacht hat – unter anderem eine Reaktion aufgrund der Horrornachrichten zu Manipulationen der Mischinfusionen. Der Lösungsvorschlag: Entwicklung eines neuen Beutelsystems. Zuerst wurden mit dem Gesundheitsamt in Berlin die recht­lichen Grundlagen abgeklärt. Laut Aussage eines externen Labor ist die Grundlösung auch noch länger als nach einem Wochenende steril, denn der Gehalt entsprach noch der Nomenklatur. Selbstverständlich gehört der Steri­litätsnachweis zur Defekturherstellung, so Prenzel. Dann wurde der neue Beutel in enger Zusammenarbeit zwischen Apotheker und PTA konzipiert. Inzwischen hat sich dieses System durchgesetzt und alle Beteiligten blicken wesentlich entspannter auf den »Wochenenddienst«.

Alles in allem macht der hoch spannende Nachmittag neugierig auf den PTA-Tag 2017 während der nächsten ADKA-Jahrestagung in Würzburg, wo es wieder heißen wird: Von PTA für PTA!

Ein herzliches Dankeschön des BVpta geht an Antje Prenzel und ihre Helfer aus dem Arbeitskreis, die diesen Tag bereits das siebte Mal sehr erfolgreich organisiert haben. /