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Krebsrisiko Kaffee

WHO gibt Entwarnung

04.07.2016
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Von Annette Immel-Sehr / Die Internatio­nale Krebsforschungsagentur (IARC) der WHO hat anhand der Daten von über tausend Beobachtungsstudien und Experimenten das karzinogene Potenzial von Kaffee neu bewertet.

Das Ergebnis: Sie konnte kein erhöhtes Krebsrisiko durch Kaffeekonsum feststellen. Vor 25 Jahren war die IARC noch zu einem anderen Ergebnis gekommen. Die Experten befürchteten damals einen Zusammenhang zwischen Kaffee und Blasenkrebs.

Die neue Bewertung ergab: Ein erhöhtes Risiko für Blasenkrebs durch Kaffeekonsum ist nicht ersichtlich. Auch für weitere Krebsarten konnte die IARC kein erhöhtes Risiko ausmachen – darunter Brust-, Prostata- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Kaffeekonsum scheint manche Organe sogar vor Krebs zu schützen, beispielsweise vor Leber- und Gebärmutterkörperkrebs. Für den Einfluss auf die Entstehung weiterer Krebsarten reichten die Studiendaten indes nicht aus, so die IARC. Ihre anders lautende Bewertung aus dem Jahr 1991 führen die Experten darauf zurück, dass damals vermutlich Einflussgrößen wie der Zigarettenkonsum nicht ausreichend beachtet wurden. Raucher trinken häufig viel Kaffee, und Rauchen ist ein Risikofaktor für Blasenkrebs. Heute kann die IARC zudem auf eine weitaus größere Anzahl von Studiendaten zurückgreifen.

Allzu heiß sollte der Kaffee jedoch nicht sein, denn heiße Getränke können der Speiseröhre schaden. Zu dieser Einschätzung gelangt die IARC ebenfalls in ihrer Neubewertung. Den Konsum von Getränken mit einer Temperatur von über 65 °C stuft die IARC als »wahrscheinlich krebserregend« ein. Ob es sich dabei um Kaffee, Tee oder ein anderes Getränk handelt, spielt dabei keine Rolle. /