PTA-Forum online

Parkinson-Erkrankung könnte im Magen beginnen

30.06.2017  09:50 Uhr

Schon länger verfolgen Parkinson-Forscher die sogenannte ­Aszensions-Hypothese. Sie besagt, dass die Parkinson-Erkrankung im Verdauungstrakt beginnen kann. Eine Schlüsselrolle spielt dabei das fehlgefaltete Eiweißmolekül Alpha-Synuklein, das sich bei Patienten mit Parkinson in den Gehirnzellen absetzt. Solche Ablagerungen können auch im Nervensystem des Magen-Darm-Traktes entstehen und von dort aus – so die Hypothese – über den Vagusnerv und seine Verästelungen ins Gehirn steigen.

Eine Untersuchung in Schweden bekräftigt nun diese Hypothese. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher aktuell in der Fach­zeitschrift »Neurology«. Die Wissenschaftler nutzten für ihre Analyse eine nationale Gesundheitsdatenbank, um alle Patienten zu finden, die sich einer Vagotomie unterzogen hatten. Bei diesem Verfahren, das früher oft zur Behandlung von Magen­geschwüren angewandt wurde, durchtrennen Chirurgen den ­Vagusnerv, um die Produktion von Magensäure zu blockieren. Die Forscher fanden: War der Vagusnerv bei den Patienten vollständig durchtrennt, war ihr Risiko, an Parkinson zu erkranken, um 22 Prozent geringer. Lag der Eingriff bereits mindestens fünf Jahre zurück, sank das Risiko sogar um 41 Prozent. Auch wenn die Studie keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Therapie hat, bringt sie die Erforschung neuer Behandlungsoptionen voran. (ais)