PTA-Forum online
Interview

Arzneimitteldaten im Fokus

16.09.2014
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Von Annette van Gessel / Astrid Feller-Becker arbeitet seit 1991 als PTA beim ABDATA Pharma-Daten-Service. Sie schildert PTA-Forum, warum sie sich für dieses Aufgabengebiet entschieden hat, wie ihr Arbeitsalltag aussieht und welche Arbeiten sie als besondere Herausforderung empfindet.

PTA-Forum: Warum haben Sie sich für die Ausbildung zur PTA entschieden?

Feller-Becker: Schon als Kind mochte ich die Atmosphäre in Apotheken: den besonderen Geruch, die Anordnung der Standgefäße rund um die Rezeptur, die Ziehschränke und besonders die netten Menschen in den weißen Kitteln. Ein Schülerpraktikum in einer typischen Landapotheke bestärkte mich in dem Wunsch, PTA zu werden.

PTA-Forum: Bitte beschreiben Sie einmal kurz Ihren beruflichen Werdegang.

Feller-Becker: Auf Empfehlung der Berufsberatung absolvierte ich zunächst eine Ausbildung zur Apothekenhelferin. Darauf folgte die PTA-Ausbildung an der Hochschule Fresenius. Nach bestandenem Examen arbeitete ich in verschiedenen Apotheken, bevor ich 1991 zu ABDATA Pharma-Daten-Service wechselte. Die ersten acht Jahre bei ABDATA war ich in der Redaktion der Pharmazeutischen Stoffliste tätig. Dort habe ich unter anderem deutsch- und englischsprachige Literatur analysiert und die organisatorischen Abläufe für die monatliche Ausgabe des Druckwerks koordiniert. Das war anfangs ein komisches Gefühl, weil ich die 20 Bände aus der Apotheke kannte und sie häufig genutzt hatte. Nun plötzlich an der Erstellung der Informationen beteiligt zu sein, empfand ich schon als etwas Besonderes. Danach habe ich zwei Jahre im Bereich der wirtschaftlichen Daten, das heißt am ABDA-Artikelstamm mitgearbeitet. 2001 wechselte ich dann in die Abteilung Marketing und Information, in der ich noch heute arbeite.

PTA-Forum: Wie kamen Sie auf die Idee, bei ABDATA zu arbeiten?

Feller-Becker: Ich bin ein neugieriger Mensch und brauche die Herausfor­derung. Nachdem ich sowohl in Kleinstadt-Apotheken als auch in einer Apotheke mit internationalem Publikum gearbeitet hatte, wollte ich etwas Neues kennen lernen. Zunächst erwog ich das Arbeiten in der Industrie oder in einer Krankenhausapotheke. Dann stellte ich aber fest, dass meine Interessen ganz klar woanders lagen. Ich recherchierte gerne in der ABDA-Datenbank, insbesondere, wenn es um die Zusammensetzung von Arzneimitteln ging. So lag es für mich nahe, mich bei ABDATA – damals noch Arzneibüro der ABDA – zu bewerben und an der ABDA-Datenbank mitzuarbeiten.

PTA-Forum: Wie sieht Ihre Tätigkeit heute aus?

Feller-Becker: Ich arbeite in einem kleinen Team aus vier Personen. Im Bereich Marketing und Information zählt die Information über ABDATA-Produkte zum Kernstück unserer Arbeit. Darüber hinaus stehen wir den Apotheken, den Softwarehäusern und den Anbietern von apothekenüblichen Produkten bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite, zum Beispiel zu den Inhalten und den Umsetzungen unserer wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Daten im ABDA-Artikelstamm, der ABDA-Datenbank und im CAVE-Modul. Zu meinem Aufgabenschwerpunkt gehören die Planung, Entwicklung und Durchführung von Seminaren, die in Form von Workshops zu unserem Angebot gehören. Diese Seminare finden in der Regel in Kooperation mit den Landesapothekerkammern oder -verbänden statt. In den Marketing-Bereich fällt die Bewerbung unserer ABDATA-Produkte. Auch die Organisation unseres jährlichen expopharm-Messeauftritts zählt zu unserem Aufgabengebiet. Das Büro teile ich mir mit einer weiteren PTA. Wir arbeiten Hand in Hand, so wie wir es beide auch aus der Apotheke kennen.

PTA-Forum: Was macht Ihre Arbeit derzeit für Sie so interessant?

Feller-Becker: Ich bin immer wieder gefordert, mich in pharmazeutisch-rechtlichen Fragestellungen auf den aktuellen Stand zu bringen. Also muss ich mich mit den einschlägigen gesetzlichen und vertraglichen Regelungen vertraut machen, da sich aufgrund der Gesundheitspolitik die Abgabemodalitäten ständig ändern. Außerdem steht mit verschiedenen Möglichkeiten der Umsetzung von AMTS-Konzepten aktuell ein Thema im Mittelpunkt der IT-gestützten Beratung, das mir ganz besonders am Herzen liegt. Auch nach so vielen Jahren bei ABDATA wird der Arbeitsalltag nie langweilig oder Routine, es bleibt immer wieder spannend und abwechslungsreich.

PTA-Forum: Worin unterscheidet sich Ihre Tätigkeit von der Arbeit in der öffentlichen Apotheke?

Feller-Becker: Die praktischen Teile wie Rezeptur, Defektur oder Laboranalysen spielen bei meiner augenblick­lichen Tätigkeit überhaupt keine Rolle mehr. Außerdem wandern auch keine Arzneimittelpackungen mehr durch meine Hände. Überdies entstehen in der Apotheke häufig gewachsene Beziehungen zu Stammkunden. Viele lassen »ihre PTA« dann auch ein Stück weit an ihrem Leben teilhaben. Auch das fällt bei meiner jetzigen Arbeit natürlich weg.

Andererseits bin ich durch die Seminare viel unterwegs und lerne viele neue Menschen kennen. Mir macht es Spaß, wenn ich dort den Umgang mit den komplexen Datenangeboten anschaulich und verständlich vermitteln kann.

PTA-Forum: Was empfinden Sie als besondere Herausforderung?

Feller-Becker: Knifflige Anfragen von Anwendern oder anderen Beteiligten im Gesundheitswesen zu Taxation und Abrechnung von Arzneimitteln oder zu Inhalten und Struktur der ABDATA- Daten zu recherchieren.

In manchen Fällen sind so viele Aspekte zu beachten, dass ich mich an ein Puzzle erinnert fühle, dessen einzelne Teile man nach und nach zusammensetzt. Schön ist es dann, wenn ich jemandem in der Apotheke mit der Lösung weiterhelfen kann.

PTA-Forum: Würden Sie sich selbst noch einmal für den PTA-Beruf entscheiden?

Feller-Becker: Auf jeden Fall. PTA ist ein interessanter Beruf mit guten Perspektiven und Entwicklungsmöglich­keiten – unabhängig davon, ob man ihn in einer öffentlichen Apotheke oder bei einem anderen Arbeitgeber ausübt. Und PTA sind nach wie vor bundesweit gefragt. /