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Bildung macht kurzsichtig

16.09.2014
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Von Elke Wolf / Langes Lernen führt zu Kurzsichtigkeit. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universitätsmedizin Mainz, in deren Verlauf die Sehstärke von 4658 Menschen im Alter von 35 bis 74 Jahren untersucht wurde.

In der Studie erwiesen sich mehr als die Hälfte der Hochschulabsolventen als kurzsichtig, während bei den Probanden ohne höhere Schulbildung nur jeder Vierte die Sehschwäche hatte.

Als mögliche Ursachen nennen die Mainzer Wissenschaftler die vermehrte Naharbeit, die den Alltag von Schülern und Studierenden bestimmt, also Lesen, Arbeit am Computer und ein Mangel an Tageslicht. Durch längere Ausbildungszeiten und Tätigkeiten im Nahbereich werde das Sehen auf kurze Distanz gefördert und der Weitblick vernachlässigt, so die die Vermutung. Der Augapfel verlängere sich, wenn der Blick dauernd auf Nähe eingestellt ist.

Aber nicht nur das Sehen wird für die Betroffenen zum Problem, schon mäßige Kurzsichtigkeit von -1 bis -3 Dioptrien verdoppelt das Risiko für Folgeerkrankungen wie Netzhautablösung, Grünen oder Grauen Star.

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) rät deshalb Schülern und Studenten zu Lernpausen für die Augen und zu regelmäßigen Aufenthalten im Freien. Aktuelle Studien zeigten, dass Schüler, die viel Zeit im Freien verbringen, seltener von Kurzsichtigkeit betroffen sind als Stubenhocker. Helles Tageslicht scheine sich regulierend auf das Wachstum der Augen auszuwirken, so die Experten. /

Quelle: Ophthalmology