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Nicht die (rohe) Bohne!

16.09.2014
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Von Elke Wolf / Das Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord) in Göttingen warnt dringend vor dem Verzehr roher Gartenbohnen. Seit wenigen Wochen, also seit Beginn der Bohnensaison, bekommen die Giftexperten ungewöhnlich viele Anfragen – täglich etwa ein halbes Dutzend – zu diesem Thema.

Die Anrufer klagen nach dem Verzehr von rohen Bohnen über starke Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Grund für die teils erheblichen Magen-Darm-Beschwerden: die im Bohnensamen enthaltenen giftigen Phaseoline, also Zucker-bindende Eiweißverbindungen. Schon der Verzehr von wenigen rohen Samen oder Schoten kann heftige Bauchschmerzen hervorrufen, den Betroffenen wird übel und sie müssen sich erbrechen. Beim Kochen werden diese giftigen Proteine, die häufig auch als Phasin bezeichnet werden, zerstört. Allerdings scheint nicht jeder mit den genannten Symptomen zu reagieren. Dennoch rät das GIZ-Nord vom Verzehr roher Bohnen ab.

Bis zum 25. August wurde das GIZ-Nord, zuständig für die Bundesländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein sowie Hamburg und Bremen, 48-mal nach dem Verzehr von Bohnen kontaktiert. Im Vergleichszeitraum des letzten Jahres wurden dem GIZ-Nord lediglich 31 Fälle gemeldet.

Die Giftexperten empfehlen, Bohnen zu kochen und nicht nur zu erhitzen. Experimentelle Untersuchen hätten gezeigt, dass eine Temperatur von 80 Grad Celsius nicht ausreicht, um die giftigen Proteine komplett unschädlich zu machen. Gelöste Phaseolus-Lectine sind beim Erhitzen auf 100 Grad Celsius in zwanzig Minuten zerstört; nach sechs Stunden bei 80 Grad Celsius sind nur 90 Prozent der Lectine inaktiviert.

Im Übrigen verweist das GIZ-Nord auf Zubereitungstipps des franzö­sischen Starkochs Paul Bocuse und des deutschen Gastrokritikers Wolfram Siebeck: Diese empfehlen für Brechbohnen und feinere Prinzessbohnen 15 Minuten Kochzeit, für die sehr dünnen Keniabohnen 10 bis 15 Minuten. /

Quelle: Giftinformationszentrum-Nord