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Überschüssiges Bauchfett als Risikofaktor für COPD

16.09.2014
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Von Annette Immel-Sehr / Nicht nur Tabakrauchen, sondern auch übermäßiges Fettgewebe am Bauch erhöhen offenbar das Risiko, eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) zu entwickeln.

Auf diesen Zusammenhang weisen die Lungenärzte des Verbandes Pneumologischer Kliniken (VPK) hin. Dabei berufen sie sich auf Ergebnisse einer aktuellen Studie der Universität Regensburg. Die Forscher hatten die Daten von 113 279 nicht an COPD erkrankten US-Bürgern im Alter zwischen 50 und 70 Jahren auf mögliche Zusammenhänge zwischen COPD, Hüft- und Taillenumfang und sportlicher Aktivität untersucht. Während des Studienzeitraums von zehn Jahren erkrankten 3648 Studienteilnehmer an COPD. Die Betroffenen waren entweder stark übergewichtig (BMI > 35) oder untergewichtig (BMI < 18,5).

»Bei näherer Betrachtung der Fettleibigen zeichnet sich ab, dass insbesondere eine Fettanhäufung im Bauchraum, aber nicht an den Hüften, das COPD-Risiko erheblich steigert – und zwar um bis zu 72 Prozent«, berichtet Dr. Thomas Voshaar, Vorsitzender des VPK und Chefarzt am Krankenhaus Bethanien Moers. Experten vermuten, dass im Bauchfettgewebe Entzündungsstoffe produziert werden, welche die COPD-bedingten Entzündungsprozesse in der Lunge und im gesamten Körper vorantreiben können. Untergewichtige sind anfälliger für COPD, weil die Lunge aufgrund der Fehlernährung nur eingeschränkt zur Eigenreparatur fähig ist. Die Studie aus Regensburg zeigt außerdem, dass körperliche Aktivität das COPD-Risiko um 29 Prozent senkt. Das bedeutet allerdings, mindestens fünfmal pro Woche Sport zu treiben. »Das ist nachvollziehbar, da körperliche Aktivität Entzündungsprozesse und oxidativen Stress verringern und somit Reparaturmechanismen fördern kann«, erläutert Voshaar. /

Quelle: www.lungenaerzte-im-netz.de