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PTA-Ausbildung

Kammer erhöht den Zuschuss

03.07.2015
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Von Daniel Rücker / Die Finanzierung der PTA-Ausbildung sollte eigentlich Ländersache sein. Doch die ziehen sich aus der Verantwortung zurück. In Nordrhein-Westfalen ist das Land komplett ausgestiegen. Jetzt müssen es die Apothekerkammern richten. Für die ist es eine erhebliche Herausforderung.

Weil das Land die Ausbildung der PTA nicht mehr bezahlt, hat sich die Apothekerkammer Westfalen-Lippe für ein deutlich stärkeres Engagement entschieden. Bislang hatte die Kammer die Ausbildung mit 10,23 Euro monatlich für jeden Schüler unterstützt. Dieser Betrag kann jetzt auf bis zu 70 Euro steigen. Das gilt aber nur, wenn der Schulträger nachweisen kann, dass die geförderten Schüler anschließend tatsächlich in einer öffentlichen Apotheke in Westfalen-Lippe arbeiten werden.

70 Euro ist das Limit. Laut Kammer­geschäftsführer Andreas Walter darf die Kammer nicht mehr Geld für die PTA-Förderung ausgeben. Für Kammerpräsidentin Gabriele Regina Overwiening bleibt in der aktuellen Situation keine Alternative zur Förderung der PTA-Ausbildung. Gleichzeitig fordert die Kammerpräsidentin das Land auf, sich wieder an der Ausbildungsfinanzierung pharmazeutisch-technischer Assistenten zu beteiligen.

Etwas besser sieht es im zweiten Teil des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen aus, in Nordrhein. Hier haben sich die regionalen Apothekerverbände der Finanzierung von PTA-Schulen verschrieben. Sie tragen einen Großteil der finanziellen Last der Ausbildung. Apothekerkammer und -verband flankieren dieses Engagement mit einer Nachwuchskampagne für die öffentliche Apotheke.

Über Finanzierungsprobleme beklagen sich in Deutschland nicht nur die Apotheker in NRW. Auch in anderen Bundesländern haben die Gesundheitsministerien ihre Unterstützung eingestellt, etwa in Hessen. Bemerkenswert ist dies, weil die Länder erst bei der Gesundheitsministerkonferenz Ende Juni beschlossen haben, die Rolle der PTA aufzuwerten. Das Bundesministerium für Gesundheit soll in einer Novellierung der Berufsgesetze für die therapeutischen Berufe und Assistenzberufe im Gesundheitswesen mehr Kompetenz bekommen. In Zukunft müssten die Gesundheitsberufe die Patienten gemeinsam betreuen. Dazu bräuchten sie das nötige Fachwissen. Wie die Forderung nach einer besseren Aus- und Fortbildung in Einklang mit dem Ausstieg aus der PTA-Finanzierung gebracht werden kann, lassen die Landesminister allerdings offen. /