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ASS vor OP nicht selbst absetzen

14.07.2017  12:09 Uhr

Patienten, die niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS) zur Herzinfarkt- und Schlaganfall-Prophylaxe einnehmen, sollen das Arzneimittel vor einer ge­planten Operation nicht selbstständig absetzen. Bei hohem individuellem Risiko kann es sein, dass ASS trotz der Operation weiter eingenommen werden soll. Ob das erhöhte Blutungsrisiko durch die ASS-Ein­nahme oder das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse überwiegt, ist eine Einzelfallentscheidung, die der Arzt treffen muss.

In der Praxis wird dies jedoch zu wenig beachtet, wie eine Untersuchung der Universitätsklinik Hamburg­-Eppendorf (UKE) zeigen. Mediziner um Dr. Lili Plümer veröffentlichten sie jetzt im »Deutschen Ärzteblatt«. Sie befragten 805 Patienten mit ASS-Dauermedikation, die sich am UKE geplanten Operationen unterzogen hatten. Von 636 Patienten, die den Fragebogen ausgefüllt hatten, gaben 47 Prozent an, das Medikament abgesetzt zu haben, in jedem dritten Fall eigenständig ohne ärztlichen Rat. Auch bei Patienten, die einen Koronarstent hatten und bei denen die Nutzen-Risiko-Abwägung eigentlich zugunsten der Fortführung der ASS-Therapie ausgefallen wäre, wurde diese in 35 Prozent der Fälle unterbrochen. Dabei lag das Versäumnis auch auf­seiten der Ärzte beziehungsweise der Organisation des Klinikaufenthalts: ASS soll laut Leitlinie 7 bis 10 Tage vor der geplanten OP abgesetzt werden. Das Anästhesievorge­spräch, in dem es auch um diese Frage geht, fand aber häufig erst weniger als zwei Tage vor dem OP-Termin statt. (PZ/am)