PTA-Forum online

Einsatz von mehr Tests gefordert

14.07.2017  12:09 Uhr

Von Jennifer Evans / Das Potenzial diagnostischer Tests ist noch nicht ausgeschöpft. Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) fordert in einem Positionspapier zur Bundestagswahl, Diagnostika etwa in der personalisierten Medizin sowie gegen Antibiotikaresistenzen stärker anzuerkennen und einzusetzen.

Mithilfe von Labordiagnostik lassen sich zum Beispiel genetische oder molekulare Merkmale eines Patienten bestimmen und damit Medikamente für dessen Behandlung passgenauer auswählen. Denn bei einigen Patientengruppen kann ein Arzneimittel unwirksam sein oder zu schweren Nebenwirkungen führen. Der VDGH beklagt jedoch, dass trotz der Schlüsselfunktion dieser Tests in der personalisierten Medizin die Erstattungsbedingungen schlecht sind.

Dem Verband zufolge sind heute 50 Wirkstoffe gelistet, vor deren Anwendung in Deutschland ein (Gen-)Test vorgeschrieben oder empfohlen ist. »Während Arzneimittel unmittelbar nach ihrer Zulassung zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden können, ist dies bei den Labortests als Begleitdiagnostik nicht der Fall«, heißt es in dem VDGH-Positionspapier. Zwar wird seit Mai 2017 im Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz die Erstattung besser geregelt und erfolgt zeitgleich mit dem Ergebnis der frühen Nutzenbewertung. Laut Verband sollte die Erstattung aber auch auf Arzneimittel ausgeweitet werden, für deren Einsatz die Labordiagnostik »nicht als zwingend erforderlich formuliert ist«.

Darüber hinaus betont der VDGH den Vorteil diagnostischer Tests bei der zielgerichteten Antibiotikagabe, um der Gefahr resistenter Erreger besser begegnen zu können. Demnach könnten im stationären Bereich entsprechende Screeningverfahren und begleitende Tests im Behandlungsfall den Infektionsschutz erheblich verbessern.

Auch für die Arztpraxis gebe es Tests, um zwischen viraler und bakterieller Infektion zu unterscheiden. Dass entsprechende Tests nicht zum Einsatz kommen, liege nicht an der mangelnden Verfügbarkeit, sondern an den ungünstigen Erstattungsbedingungen. /