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OTC-Beratungscheck

Ketoconazol

17.07.2018
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Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger beratungsintensiv als verschreibungspflichtige. In der Serie »OTC-Beratungscheck« fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu einem ausgewählten OTC-Präparat für die Beratung übersichtlich zusammen. Dieses Mal: Ketoconazol zur Anwendung auf der Kopfhaut.

Arzneistoffgruppe

Antimykotika

Präparate

Ketozolin® 2 % Shampoo, Terzolin® 2 % Lösung

Indikation

Seborrhoische Dermatitis der Kopfhaut (mit Schuppen und Juckreiz), Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor)

Dosierung/Anwendung

Shampoo:

  • Zur Behandlung von Pityriasis versicolor: einmal täglich maximal 5 Tage; Vorbeugung: einmal täglich maximal 3 Tage vor der Sommerzeit.
  • Zur Behandlung von Kopfschuppen (seborrhoische Dermatitis): zweimal wöchentlich im Abstand von 3 bis 4 Tagen über 2 bis 4 Wochen; Vorbeugung: einmal wöchentlich oder alle zwei Wochen über 3 bis 6 Monate.

Betroffene Areale mit dem Shampoo waschen, nach 3 bis 5 Minuten ausspülen.

Eventuell macht der Arzt andere Angaben zur Dosierung, daran sollte sich der Patient halten.

Lösung:

  • Zur Behandlung von Pityriasis versicolor: einmal täglich walnussgroße Menge maximal 5  Tage lang.
  • Zur Behandlung von Kopfschuppen (seborrhoische Dermatitis): zweimal wöchentlich im Abstand von 3 bis 4 Tagen walnussgroße Menge 2 bis 4 Wochen lang ­anwenden. Zur Ver­­meidung einer Rezidivierung: alle 7 Tage oder jede zweite Woche über 3 Monate bis ­maximal 6 Monate.

Die Lösung im angefeuchteten Haar oder auf der angefeuchteten Körper­stelle verteilen, kurz einmassieren und 3 bis 5 Minuten einwirken lassen. Mit viel warmem Wasser ausspülen. Statt Shampoo verwenden.

Kontraindikationen/Warnhinweise

Kontakt mit den Augen vermeiden, gegebenenfalls Augen mit klarem Wasser spülen.

Bei gleichzeitiger äußerlicher Anwendung cortisonhaltiger Arzneimittel: Es wird empfohlen, die Steroidtherapie über 2 bis 3 Wochen langsam aus­zuschleichen (zur Vermeidung von Rebound). Behandlungsschema: eine Woche das cortisonhaltige Arznei­mittel in derselben Dosis anwenden, dann für eine bis zwei weitere Wochen die Anwendungs­häufigkeit des Corti­sons verringern, dann Anwendung des cortisonhaltigen Arznei­mittels beenden.

Nebenwirkungen

Gelegentlich:

  • Geschmacksstörung (Dysgeusie)
  • eitrige Entzündung eines Haarfollikels
  • Augenreizungen, vermehrter Tränenfluss
  • Akne
  • Haarausfall
  • allergische Kontaktdermatitis
  • trockene Haut, veränderte Ober­flächen­­­struktur der Haare
  • Ausschlag, Brennen
  • Hautauffälligkeiten, Hautschuppung
  • Hautrötung, Hautreizungen, Empfindlichkeit, Juckreiz, Pusteln

Wechselwirkungen

  • Systemische Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind unwahrscheinlich.

Schwangerschaft/Stillzeit

  • Ketoconazol wird bei Anwendung auf der Kopfhaut kaum vom Körper aufgenommen; darf nach Rücksprache mit dem Arzt während der Schwangerschaft angewendet werden. In Studien, bei denen Ketoconazol an Tiere verfüttert wurde, sind Frucht­schä­di­gungen aufgetreten. Schwangere sollten die Lösung nicht verschlucken.
  • Ketoconazol kann während der Stillzeit auf der Kopfhaut (nicht im Brustbereich!) ange­wendet werden. Kontakt des Säuglings mit den behandelten Körper­stellen vermeiden.

Hinweis: Der Beratungscheck zeigt eine Auswahl an Arzneimittelinformationen. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit. Weiterführende Informationen finden Sie unter anderem in den entsprechenden Fachinformationen, der Roten Liste sowie auf www.embryotox.de.