PTA-Forum online
OTC-Beratungscheck

Ketoconazol

17.07.2018  09:54 Uhr

Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger beratungsintensiv als verschreibungspflichtige. In der Serie »OTC-Beratungscheck« fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu einem ausgewählten OTC-Präparat für die Beratung übersichtlich zusammen. Dieses Mal: Ketoconazol zur Anwendung auf der Kopfhaut.

Arzneistoffgruppe

Antimykotika

Präparate

Ketozolin® 2 % Shampoo, Terzolin® 2 % Lösung

Indikation

Seborrhoische Dermatitis der Kopfhaut (mit Schuppen und Juckreiz), Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor)

Dosierung/Anwendung

Shampoo:

  • Zur Behandlung von Pityriasis versicolor: einmal täglich maximal 5 Tage; Vorbeugung: einmal täglich maximal 3 Tage vor der Sommerzeit.
  • Zur Behandlung von Kopfschuppen (seborrhoische Dermatitis): zweimal wöchentlich im Abstand von 3 bis 4 Tagen über 2 bis 4 Wochen; Vorbeugung: einmal wöchentlich oder alle zwei Wochen über 3 bis 6 Monate.

Betroffene Areale mit dem Shampoo waschen, nach 3 bis 5 Minuten ausspülen.

Eventuell macht der Arzt andere Angaben zur Dosierung, daran sollte sich der Patient halten.

Lösung:

  • Zur Behandlung von Pityriasis versicolor: einmal täglich walnussgroße Menge maximal 5  Tage lang.
  • Zur Behandlung von Kopfschuppen (seborrhoische Dermatitis): zweimal wöchentlich im Abstand von 3 bis 4 Tagen walnussgroße Menge 2 bis 4 Wochen lang ­anwenden. Zur Ver­­meidung einer Rezidivierung: alle 7 Tage oder jede zweite Woche über 3 Monate bis ­maximal 6 Monate.

Die Lösung im angefeuchteten Haar oder auf der angefeuchteten Körper­stelle verteilen, kurz einmassieren und 3 bis 5 Minuten einwirken lassen. Mit viel warmem Wasser ausspülen. Statt Shampoo verwenden.

Kontraindikationen/Warnhinweise

Kontakt mit den Augen vermeiden, gegebenenfalls Augen mit klarem Wasser spülen.

Bei gleichzeitiger äußerlicher Anwendung cortisonhaltiger Arzneimittel: Es wird empfohlen, die Steroidtherapie über 2 bis 3 Wochen langsam aus­zuschleichen (zur Vermeidung von Rebound). Behandlungsschema: eine Woche das cortisonhaltige Arznei­mittel in derselben Dosis anwenden, dann für eine bis zwei weitere Wochen die Anwendungs­häufigkeit des Corti­sons verringern, dann Anwendung des cortisonhaltigen Arznei­mittels beenden.

Nebenwirkungen

Gelegentlich:

  • Geschmacksstörung (Dysgeusie)
  • eitrige Entzündung eines Haarfollikels
  • Augenreizungen, vermehrter Tränenfluss
  • Akne
  • Haarausfall
  • allergische Kontaktdermatitis
  • trockene Haut, veränderte Ober­flächen­­­struktur der Haare
  • Ausschlag, Brennen
  • Hautauffälligkeiten, Hautschuppung
  • Hautrötung, Hautreizungen, Empfindlichkeit, Juckreiz, Pusteln

Wechselwirkungen

  • Systemische Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind unwahrscheinlich.

Schwangerschaft/Stillzeit

  • Ketoconazol wird bei Anwendung auf der Kopfhaut kaum vom Körper aufgenommen; darf nach Rücksprache mit dem Arzt während der Schwangerschaft angewendet werden. In Studien, bei denen Ketoconazol an Tiere verfüttert wurde, sind Frucht­schä­di­gungen aufgetreten. Schwangere sollten die Lösung nicht verschlucken.
  • Ketoconazol kann während der Stillzeit auf der Kopfhaut (nicht im Brustbereich!) ange­wendet werden. Kontakt des Säuglings mit den behandelten Körper­stellen vermeiden.

Hinweis: Der Beratungscheck zeigt eine Auswahl an Arzneimittelinformationen. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit. Weiterführende Informationen finden Sie unter anderem in den entsprechenden Fachinformationen, der Roten Liste sowie auf www.embryotox.de.

TEILEN
Datenschutz