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Alarmsignale deuten

11.10.2013  14:34 Uhr

Von Verena Arzbach / Kinderärzte haben rückblickend sechs Warnsignale identifiziert, die bei Kindern darauf hindeuten, dass eine Infektion mit dem Influenza-A-Virus H1N1 schwerwiegend und mit lebensbedrohlichen Komplikationen verlaufen könnte.

Ein internationales Ärzteteam um den Kinderarzt Dr. Stuart Dalziel vom Starship Children’s Hospital in Auckland, Neuseeland, wertete die Krankenakten von insgesamt 265 Kindern unter 16 Jahren aus. Alle Patienten waren im Jahr 2009 mit grippalen Symptomen – Fieber über 37,8 Grad Celcius und Husten oder Halsschmerzen – in die Notfallambulanz eines Krankenhauses eingeliefert worden. Alle Kinder waren positiv auf das Influenza-A-Virus H1N1 (»Schweinegrippenvirus«) getestet worden und hatten im Verlauf der Erkrankung schwerwiegende Komplikationen entwickelt. Die Fachärzte stuften den Krankheitsverlauf als schwerwiegend ein, wenn die Kinder an den Folgen der Influenza verstorben waren oder auf einer Intensivstation künstlich beatmet werden mussten und/oder herzstärkende Medikamente erhielten. Die Wissenschaftler verglichen die Krankheitsgeschichte dieser Kinder jeweils mit zwei anderen Kindern, die ebenfalls mit Influenza-Symptomen in eine Notfallambulanz aufgenommen worden waren, deren Erkrankung aber weniger schwer verlief.

Die Kinder, deren Influenza schwer verlief, waren im Durchschnitt 6,6 Jahre alt. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) waren Jungen. 27 erkrankte Kinder (10 Prozent) verstarben an der Infektion. Bei den kleinen Patienten, deren Grippe einen komplizierten Verlauf nahm, stieg das Fieber nicht höher als bei den Kindern der Kontrollgruppe. Auch unter Husten litten 90 Prozent aller Kinder. Als Warn­signale für eine schlechte Prognose bei einer Influenzainfektion machten die Mediziner sechs Risikofaktoren aus: chronische Lungenerkrankungen, Entwicklungsverzögerungen, Einziehung des Brustkorbs, Sauerstoffbedarf, Zeichen einer Dehydratation sowie Tachykardie. Die Forscher gehen davon aus, dass diese sechs Kriterien allgemein gelten. Sie sollen Ärzten helfen, Kinder mit erhöhtem Risiko für zum Teil lebensbedrohliche Komplikationen früh zu identifizieren. /

Quelle: British Medical Journal