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Editorial

Anlaufstelle für Diabetiker

08.10.2014
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Die Liste möglicher dramatischer Folgeschäden ist bei kaum einer Erkrankung so lang wie bei Diabetes: Jahrelang erhöhte Blutzuckerwerte können unter anderem die Niere schädigen und zur Niereninsuffizienz führen. Viele Patienten leiden unter einer diabetischen Retinopathie, die schlimmstenfalls zur Erblindung führen kann. Beim diabetischen Fuß­syndrom können Nervenschäden und Durchblutungsstörungen auf­treten, unbehandelt droht eine Amputation.

Ein Horrorszenario – und doch ist der Leidensdruck vieler Typ-2-Diabetiker gerade zu Beginn der Erkrankung gering. Noch spüren die Patien­ten keine Einschränkungen. Da fällt es schwer, den eigenen Lebensstil grundlegend zu ändern, dauerhaft abzunehmen und regelmäßig Sport zu treiben. Dabei wären viele Komplikationen vermeidbar, wenn der Diabetiker gesund lebt, gut eingestellt ist und optimal betreut wird.

Dazu kann auch das Apothekenteam eine ganze Menge beitragen. Viele Apotheken engagieren sich bereits besonders beim Thema Diabetes­prävention, bieten Blutzuckermessungen oder Risikochecks an. Apotheken sind auch wichtige Anlaufstellen für Diabetiker, denn die Mitarbeiter können sie bei einer Lebensstiländerung optimal begleiten, wie Apothekerin Karin Schmiedel vom WIPIG – Wissenschaftliches Institut für Prävention im Gesundheitswesen im Interview erläutert (lesen Sie dazu: Prävention: Aufklären in der Apotheke).

Auch die Krankenkassen haben erkannt, dass Apotheken eine bedeutende Rolle bei der Betreuung von Diabetikern spielen. Die Techniker Krankenkasse hat mit dem Deutschen Apothekerverband einen Vertrag geschlossen, in dessen Rahmen sich Diabetiker bei Medikationsgesprächen in ihrer Stammapotheke beraten lassen können. So soll die häufig schlechte Therapie­treue von Diabetes-Patienten verbessert und damit die Gefahr von Folgeschäden verringert werden (lesen Sie dazu auch: Techniker Krankenkasse: Mediationsgespräche für Diabetiker).

Das Apothekenteam ist also für die Versorgung der Diabetes-Patienten unentbehrlich. Es kann viel dazu beitragen, die Qualität der Diabetes- Therapie weiter zu verbessern und Folgeschäden so zu verhindern.

Verena Arzbach
Apothekerin und Redakteurin