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Diabetes ist häufig Ursache von Potenzstörungen

08.10.2014
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Von Verena Arzbach / Mehr als die Hälfte aller männlichen Diabetes-Patienten entwickelt im Verlauf der Erkrankung Erektionsstörungen. Männer mit Diabetes sind nach Angaben der Deutschen Diabetes Hilfe bis zu dreimal häufiger von einer erektilen Dysfunktion betroffen als Stoffwechselgesunde.

Früher sei man davon ausgegangen, dass eine erektile Dysfunktion psychische Ursachen hat. »Heute wissen wir jedoch, dass lediglich 20 bis 30 Prozent der Fälle auf psychische Faktoren zurückzuführen sind, während bei 60 bis 70 Prozent der Betroffenen eine körperliche Ursache vorliegt«, sagt der Diabetologe Dr. Frank Merfort laut einer Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Hilfe. Die weitaus häufigste organische Ursache sei eine Diabetes-Erkrankung. Der dauerhaft erhöhte Blutzucker verschlechtert die Durchblutung von Nerven und Blutgefäßen – in Organen wie Herz, Nieren und auch im Penis. »Wer unter Erektionsstörungen leidet, sollte deshalb auch auf seine Herzkranzgefäße achten«, rät Merfort. »Potenzprobleme sind oft Vorboten eines drohenden Herzinfarkts.«

Der Arzt rät Diabetikern daher auch davon ab, Erektionsprobleme in Eigenregie mit Potenzmitteln zu behandeln. In manchen Fällen können diese gefährlich sein, denn Diabetes-Patienten mit einem vorgeschädigten Herz könnten durch die Potenzmittel einen Herzinfarkt erleiden. Alternative Behandlungsmethoden seien zum Beispiel verhaltenstherapeutische Sitzungen oder eine Vakuumpumpe für den Penis.

Merfort empfiehlt, bei sexuellen Störungen unbedingt einen Arzt aufzusuchen – auch wenn sich viele Betroffene für ihr Problem schämen. Angst bräuchte aber niemand zu haben, bekräftigt der Diabetologe. Der Arzt wird den Patienten körperlich untersuchen und Bluttests durchführen lassen, anschließend findet ein Gespräch mithilfe eines standardisierten Fragebogens statt.

Auch Frauen können von Diabetes-bedingten sexuellen Störungen betroffen sein. Sie leiden häufig unter Schmerzen beim Sex, wenn der Genitalbereich entzündet oder die Schleimhäute zu trocken sind. In vielen Fällen helfen dann Salben, Cremes oder Zäpfchen aus der Apotheke. /

Quelle: Deutsche Diabetes Hilfe