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Interleukin bringt Immunsystem auf Touren

08.10.2014
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Von Annette Immel-Sehr / Um einen langanhaltenden Schutz vor Infektionen zu entwickeln, muss der Körper bestimmte Immunzellen, die T-Lymphozyten, aktivieren.

Bisher war bekannt, dass dieser Prozess in den Lymphknoten und der Milz stattfindet. Wissenschaftler vom Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München haben jetzt herausgefunden, dass T-Zellen auch in der Leber aktiviert werden können – und zwar direkt und sehr viel schneller als bisher bekannt.

Die entscheidende Rolle spielt dabei ein natürlicher Botenstoff der Interleukin-Familie, das IL-6/sIL-6R. Dieser wirkt erst, wenn sich die beiden Einzelkomponenten IL-6 und sIL-6R zusammenfinden. Nachdem die Forscher dieses neue Wirkprinzip in der Leber entschlüsselt hatten, konnten sie einen neu entwickelten synthetischen Botenstoff, sogenanntes Hyper-IL-6, gezielt für die Stimulation von T-Lymphozyten einsetzen. »Das könnte für die Verbesserung von Impfungen ein wichtiger Schritt sein«, erklärte Professor Dr. Percy Knolle, Leiter der Forschungsteams. Impfstoffe enthalten neben Bestandteilen des Erregers so genannte Adjuvanzien. Über Zwischenschritte führen diese indirekt zu einer Aktivierung von T-Lymphozyten. »Wir hoffen, dass wir mit Hyper-IL-6 ein neues, sehr effektives Adjuvans in der Hand haben, das die T-Zellen direkt und damit auch sehr viel schneller aktivieren kann. Erkrankungen wie chronische bakterielle und virale Infektionen, die bisher nicht auf Impfungen angesprochen haben, könnten so bekämpft werden.«

Quelle: Technische Universität München