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Mehr Glaukom-Risikofaktoren als vermutet

08.10.2014  11:06 Uhr

Von Annette Immel-Sehr / Bislang galt allein ein erhöhter Augeninnendruck als Risikofaktor für ein Glaukom. Neue Studien zeigen nun, dass auch Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Hyperlipidämie, Übergewicht und Rauchen die Glaukom-Entwicklung fördern.

So ergab eine Fallstudie aus Taiwan mit mehr als 76 000 Glaukompatienten, dass jeder zweite unter Bluthochdruck und jeder dritte an einem erhöhten Blutfettspiegel oder Diabetes leidet. »Das bedeutet nicht, dass Betroffene zwangsläufig ein Glaukom entwickeln«, sagt Professor Dr. Anselm Jünemann, Direktor der Klinik für Augenheilkunde der Universitätsmedizin Rostock. Doch sollten Menschen mit diesen Erkrankungen ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zur Glaukom-Vorsorgeuntersuchung gehen.

Auch Schlaf-Apnoe gilt als Risikofaktor. Bei dieser Erkrankung kommt es zu nächtlichen Atem-Aussetzern. »Der Sauerstoffmangel, der bei den Atemstillständen entsteht, scheint den Augen zu schaden«, erklärt Jünemann. »Ärzte sollten ihre Glaukompatienten deshalb fragen, ob sie schnarchen und womöglich tagsüber unter Müdigkeit leiden.« Ein Test im Schlaflabor muss dann Klarheit bringen, ob ein Schlaf-Apnoe-Syndrom vorliegt. Dieses muss behandelt werden, um die Augen nicht weiter zu belasten.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: »Laufen oder Fahrradfahren kann den Augeninnendruck bei Glaukompatienten um bis zu 13 mmHg reduzieren«, so Jünemann. Zwar steigt der Druck anschließend wieder an, aber das Auge kann sich zumindest eine Zeit lang vom erhöhten Druck erholen. Auch zügiges Gehen über 20 Minuten vermag den Augeninnendruck vorübergehend um 1,5 mmHg zu senken und so das Risiko für einen fortschreitenden Sehnervschaden vermindern. Gesunde Ernährung und Bewegung sind demnach nicht nur ein Rezept gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch gegen grünen Star.

Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft