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Kassen erstatten auch rezeptfreie Arzneimittel

24.07.2015  11:19 Uhr

Von Elke Wolf / Ab sofort erhält das Grüne Rezept einen aufgedruckten Hinweis, dass viele gesetzliche Krankenkassen ihren Versicherten die Kosten für bestimmte rezeptfreie Arzneimittel freiwillig zurückerstatten.

Der bisher geltende Satz »Dieses Rezept können Sie nicht zur Erstattung bei Ihrer gesetz­lichen Krankenkasse einreichen.« wird künftig ersetzt durch »Dieses Rezept können Sie bei vielen gesetzlichen Krankenkassen zur Voll- oder Teilerstattung als Satzungsleistung einreichen.« Darüber informiert die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in einer Pressemeldung.

Welche Bedeutung das grüne Rezept derzeit hat, zeigt folgende Zahl: Etwa jedes zehnte der 481 Millionen apothekenpflichtigen Arzneimittel, die im Jahr 2014 in Apotheken abgeben wurden, hatte ein Arzt auf einem Grünen Rezept empfohlen. Und aktuell übernehmen circa 70 der 123 Krankenkassen die Kosten für bestimmte rezeptfreie, jedoch apothekenpflichtige Arzneimittel als sogenannte individuell festgelegte Satzungsleistung. Vorrangig erstatten die Krankenkassen die Kosten für pflanzliche, homöopathische und anthroposophische Arzneimittel. Damit seine Kasse ein solches Medikament erstattet, muss der Versicherte bei ihr die Quittung aus der Apotheke zusammen mit dem Grünen Rezept einreichen. Oft quittieren Apotheken den Kaufpreis auch direkt auf dem Grünen Rezept. Die Kassen erstatten meist bis zu einer bestimmten jährlichen Summe, die zwischen 50 und 400 Euro liegt. Einzelheiten dazu sollten die Patienten direkt bei ihrer jeweiligen Krankenkasse erfragen. Übernimmt die Krankenkasse nicht die Kosten für das betreffende Arzneimittel, besteht die Möglichkeit, das Grüne Rezept zusammen mit der Quittung aus der Apo­theke bei der jährlichen Einkommensteuererklärung des Patienten als außergewöhnliche Belastung einzureichen. Eine Liste mit allen Kassen und ihren Erstattungsregeln findet sich auf www.aponet.de /

Quelle: ABDA