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Methotrexat-Patienten sind wenig therapietreu

24.07.2015  11:19 Uhr

Von Elke Wolf / Arzneimittel, die nicht eingenommen werden, können nicht wirken. Das ist keine neue Erkenntnis, aber eine fundamentale. Nicht gut bestellt ist es besonders um die Therapietreue bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis.

Das zeigen nun aktuelle Daten von Betroffenen, die erstmalig Methotrexat als Basis­therapeutikum verordnet bekommen haben. Mehr als 18 Prozent setzten das Medikament im ersten Jahr nach Behandlungsbeginn ab, weitere rund 20 Prozent führten die Methotrexat-Therapie nicht wie verordnet fort, hieß es auf einer Pressekonferenz der Firmen Roche Pharma und Chugai Pharma Marketing in Frankfurt am Main. Und: Bis zu zwei Drittel der Patienten, die die Methotrexat-Therapie abgebrochen hatten, erhielten im darauffolgenden Jahr keinerlei rheumatologische Basistherapie. Das belegt eine aktuelle Analyse der Krankenkassendaten von mehreren tausend Rheumapatienten aus den Jahren 2010 bis 2013. Der Datensatz umfasst insgesamt 62 204 Patienten mit gesicherter Diagnose einer Rheumatoiden Arthritis, davon erhielten 9796 Patienten mindestens einmal Methotrexat oral, subkutan oder intravenös verordnet.

Dieses Ergebnis sei bedenklich und völlig konträr zu den Therapieleitlinien für die Rheumatoide Arthritis, bewerteten Experten die Studienresultate. Ohne konsequente Therapie schreite die Krankheit ungehindert voran. Dass eine schlechte Adhärenz, wie die Therapietreue auch genannt wird, zu einer ungenügenden Krankheitskontrolle führen kann, zeigen bereits frühere Daten: Bei Patienten mit mangelnder Adhärenz ist häufiger ein erheblicher Anstieg der Krankheits­aktivität zu beobachten als bei therapietreuen Patienten.

Um die Therapietreue zu erhöhen, könnten einfachere Therapieregime mit geringerer Dosierungshäufigkeit helfen. Einen Weg zu mehr Adhärenz sehen die Experten auch in regelmäßigen Schulungen und interdisziplinärer Zusammenarbeit. /

Quelle: Pressekonferenz Roche/Chugai, Frankfurt am Main, 21. Juli 2015

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