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Zeichen einer Borreliose erkennen

24.07.2015  11:19 Uhr

Von Annette Immel-Sehr / Durch einen Zeckenstich übertragene Borrelien können Beschwerden in verschiedenen Organen auslösen. Im Frühstadium betreffen die Symptome meist die Haut, im weiteren Verlauf das zentrale Nervensystem und im Spätstadium die Gelenke. Neben Erwachsenen zwischen 45 und 59 Jahren erkranken Kinder zwischen 5 und 14 Jahren am häufigsten.

Die Wanderröte, auch als Erythema migrans bezeichnet, ist das bekannteste und häufigste frühe Zeichen einer Borrelien-Infektion. »Die Wanderröte tritt etwa nach drei Tagen bis zu einem Monat nach dem Zeckenstich auf. Sie beginnt als kreisförmige Rötung, die dann in der Mitte verblasst und sich nach außen vergrößert. Sie kann von Jucken, Kopfschmerzen, Übelkeit, geschwollenen Lymphknoten, Gelenkschmerzen und/oder Mattigkeit begleitet sein«, beschreibt Dr. Ulrich Fegeler, Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), die frühen Merkmale.

Ein weiteres, nicht so häufiges Zeichen ist das Borrelien-Lymphozytom, eine rot-bläuliche kleine Beule, die sich am Ohrläppchen oder der Ohrmuschel, an der Brustwarze oder Nase entwickeln kann. »Der Kinder- und Jugendarzt kann durch Tests den Verdacht auf eine Borrelieninfektion bestätigen und eine Behandlung einleiten. Meist reicht eine einmalige mehrwöchige Therapie mit einem Antibiotikum, um die Borrelien zu bekämpfen«, so Fegeler. Unbehandelt können die Borrelien in einem späteren Stadium eine Hirnhautentzündung (Meningitis) verursachen, die zu Ausfällen von Hirnnerven führen kann. Unter anderem ist eine Gesichtslähmung die Folge. Im Spätstadium einer Borreliose kann der Bewegungs­apparat betroffen sein. Vor allem Schulkinder leiden dann unter der sogenannten Lyme-Arthritis. Dabei schwellen Monate bis Jahre nach dem Zeckenstich größere Gelenke, wie das Kniegelenk, immer wieder an. /

Quelle: Berufsverband der Kinder und Jugend­ärzte (BVKJ)