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Hühnergeruch hält Stechmücken fern

02.08.2016
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Von Annette van Gessel / Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Sie will die Malaria bis zum Jahr 2030 in mindestens 35 Ländern ausmerzen, darunter auch in sechs afrikanischen Staaten, in denen die Menschen am schwersten unter der Infektionskrankheit leiden.

Allerdings könnten wesentliche Erfolge bei der Malaria-Bekämpfung nur noch mit neuen Mitteln und Technologien erzielt werden, so die WHO-Experten. Daher forschen Wissenschaftler weltweit an neuen Strategien.

Biologen der schwedischen Universität für Agrarwissenschaft in Uppsala und der Addis Abeba University in Äthiopien haben Erstaunliches festgestellt: Der Geruch von Hühnern wirkt abstoßend auf Mücken der Art Anopheles arabiensis. Diese Anopheles-Art gehört in Afrika zu den häufigsten Überträgern von Malaria.

Jene Mücken bevorzugen zwar Menschen, sie stechen aber auch Rinder, Schafe oder Ziegen, vor allem im Freien. Doch weder in Innenräumen, in denen Hühner herumliefen, noch in der freien Natur stachen die Mücken Hühner – obwohl sie Vögel nicht generell meiden, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Malaria Journal. Im Experiment stellten die Wissenschaftler daher Fallen mit Aromastoffen, aus denen sich der charakteristische Hühnergeruch zusammensetzt, in Hütten eines äthiopischen Dorfs auf. Der Effekt: Im Laufe der Nacht landeten weniger als halb so viele Mücken in den aufgestellten Fallen wie in den Vergleichshütten ohne Hühnergeruch. »Wir hoffen, dass sich mit diesem Wissen neuartige Abwehrmittel entwickeln lassen, die weniger anfällig für Resistenzen sind«, sagt Rickard Ignell, einer der Studien­autoren. /