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Radioligand macht Prostatakrebs-Metastasen sichtbar

02.08.2016  11:15 Uhr

Von Annette Immel-Sehr / Metastasen von Prostatakrebs in Lymphknoten sind im Anfangsstadium nur wenige Millimeter groß. Erfahrungsgemäß können sie weder per Magnetresonanztomografie (MRT) noch per Computertomografie (CT) zuverlässig identifiziert werden.

Für dieses Problem hat nun ein Wissenschaftler-Team an der Technischen Universität München (TUM) eine Lösung gefunden. Dabei nutzen die Forscher die Tatsache, dass an der Oberfläche von Krebszellen in Prostata-Tumoren und ihren Metastasen das im mensch­lichen Körper sonst seltene Protein PSMA (Prostataspezifisches Membranantigen) auftritt.

Daher entwickelten sie radioaktiv markierte Moleküle, sogenannte Radioliganden, die an PSMA binden. Nach Injektion in den Blutkreislauf eines Patienten binden diese an eventuell vorhandene Metastasen und senden von dort Strahlung aus. »Da wir auf Molekülebene arbeiten, ist die entstehende Strahlenbelastung minimal. Dazu kommt, dass die verwendeten Elemente eine kurze Halbwertszeit haben und nur wenige Stunden bis Tage im Körper nachzuweisen sind«, erläutert Professor Dr. Hans-Jürgen Wester, Lehrstuhl für Pharmazeutische Radiochemie.

Mit entsprechender Technik können Mediziner dann die Position der Metastasen bestimmen und entscheiden, ob eine Operation sinnvoll wäre. Bisher wurden etwa 60 Patienten mit den Radioliganden behandelt. Nach der Eva­luation des Verfahrens wird sich auch zeigen, für welche Patienten es sich am besten eignet. /