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Berufsgesetz und Ausbildung jetzt novellieren

31.07.2017  14:21 Uhr

BVpta / Parteiübergreifend haben sich die Gesundheitsminister der Bundesländer im Juni auf der 90. Gesundheitsministerkonferenz (GMK) für eine Reform der Rahmenbedingungen für ­Gesundheitsfachberufe ausgesprochen. Die Fachminister griffen damit erneut eine Forderung auf, die sie schon 2015 erhoben hatten.

»Dem müssen jetzt endlich Taten folgen«, erklärte die Bundesvorsitzende des BV­pta, Sabine Pfeiffer. »Gemäß ihrer Bedeutung für das Gesundheitssystem muss Novellierung als politisches Ziel der neuen Bundesregierung im nächsten Koalitionsvertrag festgeschrieben werden«, forderte sie.

Im Einzelnen sahen die Gesundheitsminister und -Senatoren der Länder eine Reform der Gesundheitsfachberufe als zwingend erforderlich an, um eine flächendeckende und patientenorientierte Versorgung zu gewährleisten. Sie baten das Vorsitzland, noch in diesem Jahr eine Bund-Länder-­Arbeitsgruppe einzurichten, die bis Ende 2019 einen Aktionsplan für eine bedarfsorientierte Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen sowie eine Neustrukturierung der Aufgaben- und Kompetenzprofile erstellt. Dabei soll der Aktionsplan zur Novellierung der Gesundheitsfachberufe besonders folgende Themenblöcke berücksichtigen: die Revision der Berufsgesetze; Ausbildungsstrukturen und Finanzierung; Bedarfs- und kompetenzorientierte Aufgabenprofile sowie Transparenz und Durchlässigkeit der Ausbildungen.

Die Gesundheitsminister der Länder waren der Auffassung, dass die Novellierung der Gesundheitsfachberufe neue Anreize für diese Berufsgruppen schaffen kann und damit einen wichtigen Beitrag leisten wird, um den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen zu reduzieren. Sie baten das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), zu den offenen Fragen im Evaluationsbericht in Bezug auf die Modellversuche der Gesundheitsfachberufe baldmöglichst eine fachliche Bewertung durch eine externe Evaluation einzuholen. Die Untersuchungen zu diesen grundlegenden, übergeordneten Fragestellungen könne nicht einzelnen Hochschulen übertragen werden, sondern müsse auf der Ebene einer Metaanalyse durchgeführt werden.

»Diese Positionen können wir eins zu eins unterschreiben«, so Pfeiffer. »Dass sich die GMK bereits mehrfach mit dem Thema beschäftigt hat, zeigt seine Dringlichkeit. Denn das Problem des Fachkräftemangels hat schon lange auch den PTA-Beruf erreicht und wird immer gravierender. Wenn die Politik die flächendeckende Arzneimittelversorgung auch künftig sicherstellen will, ist ein Umdenken in Berlin zwingend und schnell erforderlich. Mit der Politik des Aussitzens muss endgültig Schluss sein. Sonst werden die Probleme nur noch weiter verschärft.« In ähnlicher Richtung haben sich auch andere Verbände der Gesundheitsfachberufe ausgesprochen. Mit diesen zusammen ist der BVpta im Bündnis der technischen Assistenzberufe (Bündnis TA) aktiv. Auch hier stehen die Novellierungen der Berufsgesetze und der Ausbildung an erster Stelle der Agenda. /