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Epilepsie-Schulung für Erzieher

31.07.2017  14:21 Uhr

Von Sven Siebenand / Eine pharmazeutische Schulung hilft Erziehern, um im Notfall bei epileptischen Anfällen in Kindereinrichtungen richtig zu handeln. Zu diesem Ergebnis kommt eine in »Seizure« veröffentlichte Untersuchung eines Forscherteams um Henriette K. Dumeier vom Zentrum für Arzneimittelsicherheit der Universität und des Universitätsklinikums Leipzig.

Bei einem länger als fünf Minuten anhaltenden epileptischen Anfall wird die Gabe eines Notfallmedikaments empfohlen, damit der Anfall effektiv unterbrochen werden kann. Da die Krämpfe auch im Kindergarten auftreten können, sollten auch Erzieher befugt und in der Lage sein, dieses richtig zu verabreichen.

Die Wissenschaftler entwickelten deshalb eine pharmazeutische Schulung durch einen Apotheker, an der 210 Erzieher teilnahmen. Der Anteil an Betreuern, die sich in der Lage fühlten, ein Notfallmedikament im Ernstfall zu verabreichen, stieg nach der Schulung. Das gilt sowohl für eine rektale als auch für eine bukkale Arzneiform. Bei der rektalen Gabe stieg der Anteil von 92,8 auf 99,5 Prozent, bei der Verabreichung über die Mundschleimhaut von 82,4 auf 99,5 Prozent.

Auf einer Skala von 1 bis 10 konnten die Erzieher ihre eigene Sicherheit in der Handhabung der Notfallmedikamente selbst beurteilen. Vor dem Training mit dem Apotheker stuften sie sich im Durchschnitt bei 5 ein, danach bei 8. Dass das keine Selbstüberschätzung ist, zeigt die Überprüfung der Arzneimittelgabe an einem Dummy. Der Anteil fehlerfreier Anwendungen stieg dank der Schulung deutlich an. Wurde das rektale Medikament zuvor nur in 0,5 Prozent der Fälle richtig verabreicht, waren es danach 60 Prozent der Erzieher, die das tadellos hinbekamen. Ähnlich sah es bei der Buccal-Tablette aus. Vor der Schulung hatte der Apotheker bei nur 7,5 Prozent der Betreuer nichts zu beanstanden, danach waren 54,9 Prozent der Anwendungstests ohne Fehler. /