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Arbeit im Freien

Hautkrebs-Gefahr oft unterschätzt

31.07.2017
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Menschen, die sich berufsbedingt häufig und lange im Freien aufhalten, unterschätzen oftmals die Hautkrebs-Gefahr. Sie wissen oft nur wenig über die Folgen starker Sonneneinstrahlung und schützen sich nur unzureichend. Das ist das Ergebnis einer Studie der Technischen Universität München, die im »Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology« veröffentlicht wurde.

Dr. Alexander Zink und Kollegen befragten für ihre Untersuchung insgesamt 353 Landwirte, Gärtner und Dachdecker. Alle drei Berufsgruppen gelten als Hautkrebs-Hochrisikogruppen, bei denen Plattenepithel- und Basalzellkarzinome seit 2015 als Berufskrankheit anerkannt werden. Die Studienteilnehmer waren über Berufsverbände kontaktiert worden und beantworteten online 20 Fragen über ihr Wissen zu Hautkrebs, ihr Risikoverhalten und Präventionsmaßnahmen.

43,4 Prozent verwenden demnach während der Arbeit selten oder nie Sonnencreme, so das Ergebnis. Lediglich 27,7 Prozent der Befragten cremen sich regelmäßig ein. Jeder Zweite denke offenbar nicht daran oder finde es schwierig, Schutzmaßnahmen in die Tagesroutine einzubauen, heißt es in der Fachzeitschrift »Der Deutsche Dermatologe« vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Fast ebenso viele meinten, dass das regelmäßige Eincremen lästig sei. Vor allem Männer und insbesondere die Landwirte verwenden selten Sonnenschutzmittel. Beliebtere Schutzmaßnahmen sind dagegen das Tragen von Kopfbedeckungen und langen Hosen.

Die Arbeiter, die ihr Hautkrebsrisiko als gering einschätzten, verwendeten signifikant weniger häufig Sonnenschutzmittel und trugen seltener langärmelige Hemden, Sonnenbrillen und Kopfbedeckungen, schreiben die Auto­ren. Es müsse daher zielgruppenorientiert mehr über die Möglichkeiten zur Prävention von Hautkrebs informiert werden. Das wünschten sich laut »Der Deutsche Dermatologe« auch 53 Prozent der Befragten. (va)