PTA-Forum online

Krebsrisiko durch Brustimplantate?

30.07.2018
Datenschutz

Immer wieder verkünden Schlagzeilen, dass Brustimplantate Krebs verursachen. Tatsächlich gibt es ein Brustimplantat-assoziiertes Lymphom (BIA-ALCL) – ein Subtyp des T-Zell-Lymphoms. Laut Krebsinformationsdienst ist es sehr selten.

Weniger als eine von 100 000 Frauen mit einem Implantat erkrankt pro Jahr an ­einem BIA-ALCL. In Deutschland ist das BIA-ALCL meldepflichtig – bis Ende 2017 gab es sieben Fälle. Das sehr geringe Risiko besteht unabhängig davon, ob das Implantat als Brustrekonstruktion nach Krebs, aus kosmetischen Gründen oder im Rahmen einer Geschlechtsumwandlung eingesetzt wurde.

Die Daten deuten darauf hin, dass ein BIA-ALCL häufiger bei Implantaten mit texturierter (aufgerauter) Oberfläche vorkommt als bei solchen mit glatter Oberfläche. Die Füllung des ­Implantats – Silikongel oder Kochsalz­lösung – scheint dagegen keinen Einfluss zu haben.

Fazit? Es ist nicht notwendig, Brustimplantate prophylaktisch zu entfernen. Dafür ist das BIA-ALCL zu selten. Entsteht ein BIA-ALCL, ist die Prognose in der Regel gut. Meist reicht es, Implantat und Tumor zu entfernen. (ais)