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Stress fördert Grünen Star

30.07.2018  15:48 Uhr

In Deutschland sind rund eine Millionen Menschen an Grünem Star erkrankt. Der Fachbegriff Glaukom umfasst Augenkrankheiten, die im fortgeschrittenen Stadium die Nervenzellen der Netzhaut und den Sehnerv schädigen. Als Verursacher gelten ein erhöhter Augendruck und Durchblutungsstörungen.

Nachlassende Sehkraft bereitet den meisten Betroffenen Stress. Intuitiv vermuten viele Patienten, dass psychischer Stress zu ihrem Sehverlust beigetragen hat. Doch nur wenige Augenärzte nehmen diese Vermutung ernst. Jetzt hat das Team um Professor Bernhard Sabel vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität Magdeburg herausgefunden: »Es gibt deutliche Hinweise auf eine psychosomatische Komponente des Sehverlustes.« Stress sei nicht nur eine Folge, sondern auch eine wichtige Ursache von fortschreitendem Sehverlust.

»Kontinuierlicher Stress und langfristig erhöhte Cortisolwerte können sich negativ auf das Auge und das Gehirn auswirken«, erklärt Sabel. Weitere Schäden sind durch Entzündungsreaktionen als Folgen des Stresses bedingt.

Einige Fallberichte zeigen, dass Stressabbau zur Wiederherstellung des Sehvermögens beitragen kann. Daher empfehlen die Autoren, im Gespräch mit den Patienten Behandlungen zum Stressabbau anzusprechen wie Meditation und autogenes Training. Da diese Methoden das vegetative System wieder ins Gleichgewicht bringen, könnten sie das Fortschreiten des Sehverlustes aktiv bremsen und die medikamentöse Therapie ergänzen. (avg)