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München war wieder eine Reise wert!

27.10.2014
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Von Sabine Pfeiffer / Der Apothekertag 2014 warf lange Schatten voraus. Schon im Vorfeld gab es viele Diskus­sionen um das »Leitbild«, das nun in »Perspektivpapier 2030« umgetauft wurde. Schon bei ihren Begrüßungs­reden formulierten die Politiker sehr genau, was sie von der Apothekerschaft erwarten, und hoben hervor, diese solle sich wieder mehr auf ihren heilberuflichen Auftrag konzentrieren.

Während der ausführlichen Diskussion zum Perspektivpapier wurden für uns PTA viele interessante Punkte angesprochen, in die wir uns als Gesundheitsberuf bei der Umsetzung mit einbringen können. Schade, dass immer vom therapeutischen Team aus »Ärzten, Apothekern und qualifiziertem Pflegepersonal« gesprochen wurde, bei der Aufzählung aber die wichtigsten Mitarbeiter, die PTA fehlten.

Mit Blick auf die Anforderungen, die sich aus dem Perspektivpapier für die Apotheker ergeben, erwähnte Professor Dr. Hartmut Derendorf, University of Florida, dass es bei den Studieninhalten nicht einfach heißen kann: »Hier ein paar Stunden weg, da neue Inhalte dazu«. Sondern man müsse auf einem leeren Blatt Papier erarbeiten, was für die Entwicklung der Pharmazie wirklich nötig ist. Genau diese These kann man auf die Bestrebungen des BVpta zur Novellierung der PTA-Ausbildungs- und Prüfungsordnung übertragen. Und wir vom BVpta haben ja genau dieses getan! Dazu passt auch die Abschlussbemerkung Derendorfs: »Die Interessen der Auszubildenden müssen im Fokus stehen und nicht die der Ausbilder!«

Zur Novellierung der PTA-Ausbildung gab es einen Antrag des Hessischen Apothekerverbandes, den ich mit Spannung erwartete. Die Begründung, warum bei der Ausbildung dringend etwas geschehen muss, brachte Dr. Hans Rudolf Diefenbach vor. Die Ausbildungsinhalte seien nachweislich überaltert und auch die aktuellen Ausbildungszahlen, die der BVpta ermittelt hat, seien katastrophal. Diese ließen eine Negativ-Tendenz erahnen, die sich in Zukunft wahrscheinlich verstärke. Der Antrag fand viel Zustimmung, aber auch sehr ablehnende Worte und wurde – mal wieder – an einen Ausschuss verwiesen.

Noch während der Diskussion stellte die TGL-Vorsitzende Dr. Heidrun Hoch mit Mitstreitern einen Ad-hoc-Antrag, der ebenfalls sehr widersprüchlich diskutiert wurde. So fielen bittere Worte gegen eine Aufwertung des PTA-Berufs aus der sächsischen Vertretung, während andere Kammern und Verbände sich positiv äußerten. Leider wurde auch diese Diskussion schnell durch Verweisung des Antrags in einen Ausschuss beendet. Und was der Verweis in einen Ausschuss bedeutet, wissen wir inzwischen. Ich erinnere mich noch zu genau an die gleiche Situation vor drei Jahren, bewegt hat sich seither nicht viel. Und dabei fährt der Zug – wahrscheinlich schneller, als den Apothekern lieb ist – an der Apothekerschaft vorbei. Die Ärzte sind da viel weiter: Sie haben ihre Medizinischen Fachangestellten (MFA) in Minikursen weitergebildet und lassen diese demnächst in ländlichen Gebieten Hausbesuche absolvieren. Und wenn die Apothekerschaft nicht aufpasst, sind die Ärzte ganz schnell bei einem Medikationsmanagement. Übrigens ist für die Krankenkasse, die diesen Medikationscheck honoriert, der Arzt – und nicht der Apotheker – der »erste Ansprechpartner« in Sachen Arzneimittelberatung! Und wo bleiben Sie, liebe Apotheker, und wir, die PTA? Schließlich diskutieren wir tagtäglich mit den Pa­tienten, beraten sie aktiv und wissen eigentlich am besten, was der Patient oder Kunde, der vor uns steht, noch alles zusätzlich schluckt. Nach wie vor wollen wir PTA eine gute Arbeitsteilung in der Apotheke: Für das Medikationsmanagement und die pharmazeutische Betreuung sind die Apotheker zuständig, wir PTA bleiben bei der pharmazeutischen Beratung und unserer Kernkompetenz, den Laborarbeiten, Defektur und Rezeptur, übernehmen aber auch gern Verantwortung in anderen nicht-pharmazeutischen Bereichen.

Wichtig für mich war neben dem Apothekertag auch die Expopharm. Unser Stand war wieder Treffpunkt für viele Kollegen, mit denen wir gute und für die Verbandsarbeit wichtige Gespräche führten. Nur so können wir weiter für unsere Kollegen arbeiten und uns auch für alle die Belange einsetzen, die an uns herangetragen werden.

Ich habe wieder viele Gedanken und Ideen mit nach Hause genommen und hoffe, dass ich einige davon umsetzen kann. Berufspolitisch freuen wir uns auf weitere gute Gespräche, denn: Wer erfolgreich in die Zukunft gehen möchte, braucht dafür auch den Mut zum entschlossenen Handeln! /