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Tierfelle können vor Asthma schützen

27.10.2014
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Von Annette Immel-Sehr / Lassen Eltern ihren Säugling in den ersten drei Lebensmonaten auf Lammfell oder einem anderen Tierfell schlafen, verringern sie damit dessen Risiko, an Asthma zu erkranken. Darauf machen die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) aufmerksam. Sie beziehen sich auf eine Studie aus dem Helmholtz Zentrum München, die kürzlich auf dem Kongress der European Res­piratory Society vorgestellt wurde.

Die Münchener Wissenschaftler hatten die Daten von über 2400 Kindern des Jahrganges 1998 erfasst. »Mit Tierfell erlitten die Kinder im Alter von sechs Jahren um 79 Prozent weniger Asthma-Anfälle, als Kinder, die ohne Tierfell geschlafen hatten. Auch im Alter von zehn Jahren war ihr Asthma-Risiko noch um 41 Prozent geringer als ohne Tierfell«, berichtet Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des Bundesverbands der Pneumologen.

Übertriebene Hygiene und das zunehmend keimarme Milieu im städtischen Lebensraum scheint mit ein Grund dafür zu sein, warum seit Jahrzehnten immer mehr Menschen in den Industrienationen an Asthma und Allergien erkranken, deutlich mehr als in Entwicklungsländern. »Demgegenüber ist schon länger bekannt, dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, seltener an Asthma und Allergien erkranken. Man nimmt an, dass der frühe und regelmäßige Kontakt mit bestimmten Bakterien aus Heu, Stroh und Tierzucht das Risiko für diese Erkrankungen senkt – und zwar umso besser, je größer die Vielfalt der vorhandenen Mikrobenwelt ist«, erläutert Hellmann. »Offenbar können auch Tierfelle ein Reservoir für solche Mikroben darstellen, selbst wenn die verantwortlichen Bakterien, die in den Fellen stecken, von den Forschern noch zu identifizieren sind.« Das ist ein interessanter Hinweis für werdende Eltern, die das Asthma-Risiko ihrer Kinder verringern wollen, insbesondere wenn sie selbst Allergiker sind. /

Quelle: Bundesverband der Pneumologen