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Antibiotika statt OP bei Blinddarmentzündung

10.08.2015
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Von Elke Wolf / Um gefährliche Infektionen zu verhindern, steht bei einer Blind­darm­entzündung meist eine Operation an. Jetzt bestätigt die bislang größte Studie ihrer Art: Zeigen Erwachsene noch keine Komplikationen, kann die Gabe von Antibiotika ausreichen. 

In ihre Studie, die kürzlich im Fachjournal JAMA veröffentlicht wurde, schlossen finnische Forscher 530 Patienten ein, bei denen es laut CT-Untersuchung noch zu keinen Komplikationen gekommen war. Etwa der Hälfte wurde der Wurmfortsatz operativ entfernt, die anderen bekamen erst mal nur ein Antibiotikum.

73 Prozent der entsprechend behandelten Patienten konnten so erfolgreich therapiert werden. Die Entzündung klang ab, und die Patienten konnten das Krankenhaus ohne eine Operation verlassen. Auch innerhalb des folgenden Jahres kehrte die Entzündung bei ihnen nicht wieder. 70 von insgesamt 256 Patienten wurden innerhalb eines Jahres doch noch operiert. Obwohl der Eingriff verzögert stattfand, gab es bei ihnen keine häufigeren oder schwerwiegenderen Komplikationen als bei den sofort Operierten.

Noch reichen die Daten jedoch nicht aus, um die Antibiotikatherapie weitgreifend einzuführen. Vor allen Dingen können die Studienergebnisse nicht einfach auf Kinder übertragen werden. /

Quelle: JAMA